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Mo, 5. Januar 2015, 13:49

Software::Kernel

Zahlen und Fakten zum Kernel 2014

Für den Kernel und seine Entwickler, allen voran Linus Torvalds, war 2014 ein sehr erfolgreiches Jahr, sowohl was Zahlen, aber auch was neue Funktionen angeht.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Das Jahr 2014 erlebte erneut einen Anstieg der Code-Einreichungen im Git-Repositorium des Kernels. Waren es 2012 rund 65.400 und 2013 70.800 Commits, so stieg die Zahl 2014 erneut auf nun 71.092 Einreichungen. Das sind rund 195 Git-Commits pro Tag. Die 71.092 Commits drückten sich in 3,69 Millionen Einfügungen und 2,49 Millionen Löschungen von Code aus. Dabei wuchs der Quellcode des Kernels um 1.196.610 Millionen Zeilen oder mehr als 3.200 Zeilen täglich auf nunmehr 19,1 Millionen Zeilen an. Diese verteilen sich auf über 48.000 Dateien.

Die Zahl der daran beteiligten Entwickler schwankte auf monatlicher Basis zwischen rund 520 und über 1000. Die Entwickler mit den meisten Einreichungen waren 2014 Linus Torvalds, Hartley Sweeten, David S. Miller, Jes Sorensen, Malcolm Priestley und Mark Brown. Die Unternehmen und Organisationen, die im vergangenen Jahr am meisten zum Kernel beitrugen sind Red Hat, Intel, die Linux Foundation, SUSE, Linaro, Texas Instruments, Samsung und Oracle.

Das Jahr 2014 begann im Januar mit Kernel 3.13, der die Energieverwaltung für AMD-Grafikchips aktivierte. Zudem wurde nftables aufgenommen, das iftables einmal völlig ersetzen soll. Mit der Reorganisation der Warteschlangen der Blockgeräte wurde die Grundlage für weitere Geschwindigkeitssteigerungen gelegt. Kernel 3.14 brachte im April viele kleine Verbesserungen wie die Deadline-Scheduler für Echtzeitsysteme und die Stabilisierung des komprimierenden Swap-Systems zram. Kernel 3.14 wurde zum Langzeit-unterstützten Kernel erklärt.

Mit der Veröffentlichung von Kernel 3.15 im Juni wurden Optimierungen des Aufwachens eines suspendierten Systems, das SATA nutzt, umgesetzt. Zudem wurde eine erste Serie von Patches, die das Compilieren des Kernels mit Clang ermöglichen sollen, integriert. Die testweise eingesetzte Veränderung im Kernel-Entwicklungszyklus, bei der mit der Integration von Änderungen für den übernächsten Kernel bereits begonnen wurde, bevor der nächste veröffentlicht war, wurde nicht fortgesetzt. Anfang August brachte Kernel 3.16 für Xen auf ARM-Systemen Unterstützung für Suspend und Resume. Unter x86 können jetzt Xen-Gastsysteme vollständig virtualisiert laufen und dabei selbst wieder Xen-Hypervisoren mit eigenen Gastsystemen sein. Die serielle Konsole zum Debuggen der Startphase des Kernels wurde generisch für alle Plattformen verfügbar gemacht. 3.16 wird Debian 8 »Jessie« als Grundlage dienen.

Kernel 3.17 erreichte uns im Oktober und brachte vorbereitende Erweiterungen im Hinblick auf D-Bus im Kernel. Insgesamt vier neue Systemaufrufe wurden in Linux 3.17 definiert. Einer davon ist der auf Anregung von LibreSSL vorgeschlagene Systemaufruf für Zufallszahlen, der Anwendungen eine zuverlässigere Methode bietet, zu sicheren Zufallszahlen zu kommen, als die Dateien /dev/random und /dev/urandom. Zwei weitere Systemaufrufe bereiten den Kernel ebenfalls auf Kdbus vor. Es handelt sich um Speicher-Dateideskriptoren und Datei-Versiegelung. Der vierte neue Systemaufruf betrifft kexec und soll die kexec-Funktionalität auch in Secure Boot-Umgebungen wieder nutzbar machen. Der derzeit aktuelle Kernel 3.18, der in der ersten Dezemberwoche veröffentlicht wurde, integrierte das Dateisystem OverlayFS, womit es nach vielen Anläufen endlich ein Union-Dateisystem in den Kernel geschafft hat. Das für Flash-basierte Speichermedien entwickelte Dateisystem F2FS beherrscht nun mit FITRIM die Möglichkeit, das schonende Verfahren Batch-Discard einzusetzen, wobei Daten auf dem Flashspeicher per Script oder manuell per fstrim im Batch-Verfahren gelöscht werden.

Kurz vor Weihnachten trat dann Kernel 3.19 in die Testphase ein. Neu wird hier die Unterstützung der Intel MPX-Technologie sein, die in kommenden Prozessoren erscheinen wird. Sie soll die Bereichsprüfung von Speicheradressen in Hardware ermöglichen. Device Mapper erhält Geschwindigkeitsverbesserungen für Thin Provisioning. Ein neues Netzwerk-Subsystem wird implementiert, das Switch- und Routing-Funktionalität geeigneter Hardware überlässt. Für Kernel 3.20, der vermutlich im Mai stabil vorliegt, können sich die Anwender vermutlich auf Kernel-Live-Patching und eventuell auf Kdbus freuen.

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