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Do, 8. Januar 2015, 13:59

Software::Grafik

Gimp-Fortschritte 2014

Das Gimp-Projekt hat im Jahr 2014 eine Menge Arbeit geleistet und kommt der Version 2.10 näher, ohne allerdings einen definitiven Termin nennen zu können. Alle Benutzer sind aufgefordert, die täglich generierten Stände zu testen und Rückmeldung zu geben.

Den Stand von Gimp betrachtete Alexandre Prokoudine in seinem Bericht über Gimp und GEGL 2014 auf der Projekt-Mailingliste. Nachdem Gimp 2.8 vor über zweieinhalb Jahren freigegeben wurde, produzierten die Entwickler eine Reihe von Updates dieser immer noch aktuellen Version. Zugleich begann die Arbeit an Gimp 2.10, das laut der ursprünglichen Roadmap eher wenige neue Funktionen vorsah. Der Plan machte es aber erforderlich, die Grafikoperationen komplett auszutauschen, um Farbtiefen von mehr als acht Bit pro Farbe verarbeiten zu können. Das ist keine Kleinigkeit, da hierfür die Bibliothek GEGL integriert werden muss und alle Werkzeuge und Filter umgestellt werden müssen. Diese Arbeit dominierte das Jahr 2014 bei Gimp und dauert immer noch an.

GEGL wird einige lang herbeigesehnte Funktionalität für Gimp bringen. So werden Farbtiefen von mehr als acht Bit pro Kanal möglich, wie sie für HDR-Bilder und andere Arbeiten nötig sind. Editieren wird nichtdestruktiv sein, was das Rückgängigmachen und Wiederholen von Aktionen verbessern wird. Es wird möglich sein, mit verschiedenen Farbräumen zu arbeiten. Die ganze Implementation wird sauberer sein und sowohl mehr Funktionalität als auch höhere Geschwindigkeit bieten.

Wie Prokoudine schreibt, fügte das Team 2014 keine neuen Werkzeuge zu Gimp hinzu, verbesserte aber die vorhandenen teils erheblich. Die Verbesserungen betreffen die Ausrichtung, Überblendung, Vordergrundauswahl, andere Auswahlen, nahtloses Klonen, Pinsel und Text. Das Textwerkzeug nutzt jetzt direkt die HarfBuzz-Bibliothek statt Pango, womit komplexe Schriftsysteme wie Arabisch und Devanagari bestmöglich unterstützt werden.

Fotostrecke: 7 Bilder

Gimp 2.9: Bild mit 8 Bit pro Farbkanal im Vergleich mit 32 Bit
Gimp 2.9: Das »Unified Transformation«-Werkzeug
Gimp 2.9: Verschiedene Skalierungsalgorithmen im Vergleich
Gimp 2.9: Verschiedene Skalierungsalgorithmen im Vergleich
Gimp 2.9: Vorschau eines GEGL-Filters
Die Anzahl der Farben pro Kanal kann jetzt mit bis zu 64 Bit angegeben werden, eine Funktion, die von Astrophysikern gewünscht wurde. Damit stellt sich die Frage, ob Gimp überhaupt in der Lage ist, Bilder mit enormen Datenmengen zu verarbeiten. Die Antwort ist offenbar ja, nachdem das Team einige Optimierungen vorgenommen hat. OpenCL-basierte Hardware-Beschleunigung kann genutzt werden, und GEGL erhielt Unterstützung für Threads, die allerdings noch nicht ausgereift ist.

Auch anderweitig wurde GEGL verbessert. Eine Reihe von Verbesserungen kamen aus dem Grid-Projekt. Weitere Neuerungen sind eine Gradient-Map, Unterstützung von CMYK JPEG-Dateien, ein Kommandozeilenprogramm für Bildvergleich, Serialisierung von JSON-Graphen und Laden von Metadaten solcher Graphen. Damit soll es möglich werden, in einer visuellen Umgebung neue GEGL-Operationen zu programmieren, indem man Blöcke in Flowhub zusammenfügt, und diese in Gimp zu verwenden.

Viel Arbeit wurde auch in die Verbesserung der Oberfläche gesteckt. Das System TITO ermöglicht es, in den umfangreichen Menüs von Gimp schnell das Gesuchte zu finden. Es funktioniert wohl ähnlich wie »Head Up Display« von Ubuntu, benutzt aber leider nicht dieselben Hotkeys.

IPTC/XMP-Metadaten können künftig nicht nur für Bilder, sondern auch für einzelne Ebenen und Kanäle verwendet werden. Das ist momentan immer noch in Arbeit, genau wie die Einbindung von libmypaint, um mit MyPaint-Pinseln zeichnen zu können. Auch die Unterstützung für Dateiformate wurde verbessert, besonders beim Lesen und Schreiben von PSD-Dateien. Noch fehlt für PSD-Dateien das Einlesen von Textebenen als Text, das soll aber noch behoben werden.

Auch wenn immer noch kein Freigabetermin für Gimp 2.10 genannt werden kann, hat das Projekt 2014 doch wesentliche Fortschritte gemacht, die hier nur ganz grob dargestellt werden konnten. Das Testen des aktuellen Standes von Gimp ist möglich und erwünscht. Hierfür stehen täglich generierte Binärpakete für Ubuntu und MS Windows zur Verfügung. Da Gimp weiterhin von einem recht kleinen Team von Freiwilligen entwickelt wird, gehen viele Änderungen nicht so schnell voran wie sie könnten. Doch das von vielen Benutzern herbeigesehnte Gimp 2.10 wird kommen, früher oder später.

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