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Fr, 9. Januar 2015, 16:29

Software::Kernel

Dave Jones wechselt zu Akamai

Der Kernel-Entwickler Dave Jones wechselt von Red Hat zu Akamai. Er wird sich dort wie bisher um das Beheben von Fehlern im Linux-Kernel und Methoden zum frühen Erkennen oder Vermeiden von Fehlern kümmern.

Dave Jones im Jahr 2002

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Dave Jones im Jahr 2002

Auch Dave Jones dürfte mittlerweile schon zwanzig Jahre am Kernel mitarbeiten. Er arbeitete einige Jahre für Suse, bis er 2003 von Red Hat angeworben wurde, um für ein neues aufregendes Projekt, das bald danach als Fedora vorgestellt wurde, den Kernel zu pflegen. Neben dem Fedora-Kernel gehörte auch die Wartung der Kernel von Red Hat Linux 7 bis 9 und, zeitweise, der Kernel von Red Hat Enterprise Linux zu seinen Aufgaben.

Seine Erinnerung an diese Zeit ist geprägt von vielen neuen Erfahrungen und wenig Freizeit. Red Hat nutzte damals, als Linux 2.4 die stabile Kernel-Linie war, diverse externe Patches, die teils von ihren Entwicklern schon nicht mehr gepflegt wurden. Doch schon bald danach trat in Fedora eine Regelung in Kraft, die vorsah, eigene Patches möglichst zu vermeiden und eigene Änderungen sofort den Originalprojekten zur Aufnahme anzubieten. In den folgenden Jahren verabschiedete sich Jones mehr und mehr von der Pflege des Fedora-Kernels und richtete sein Augenmerk auf generelle Kernel-Probleme und die Verbesserung der Code-Qualität im Kernel allgemein. Aus dieser Arbeit heraus entstand das Werkzeug Trinity, das die Systemaufrufe des Kernels testet, indem es sie gezielt mit fehlerhaften Daten aufruft. Des weiteren gehören regelmäßige Stresstests und Coverity-Scans zu seinen Tätigkeiten.

Wie Jones jetzt ankündigt, wechselt er mit dem Beginn der neuen Woche zu Akamai. Im Wesentlichen wird er dort dieselbe Arbeit erledigen wie bisher auch, aber zweifellos mit einem Schwerpunkt auf aktuellen Problemen der Akamai-Systemadministratoren. Das Unternehmen betreibt in seinem Content-Verteilungsnetz schätzungsweise über 200.000 Linux-Server, die auf Höchstleistung getrimmt und gegen Einbrüche, Schadsoftware und DDOS-Angriffe immunisiert werden müssen. Eine unmittelbare Folge des Wechsels ist, dass Jones keine Pakete für Fedora mehr pflegen wird. Ansonsten soll der Wechsel nicht sonderlich spürbar sein.

Erst in den letzten Tagen hat Jones ein besonders hartnäckiges Kernel-Problem abgehakt. Nach zwei oder drei Monaten intensiver Suche und Haareraufen stellte sich das Problem als Hardware-Fehler heraus. Auf diese Idee kam Jones, nachdem er den DMI-String des betroffenen Rechners mit Google suchte und auf mehrere ähnliche Fehlerberichte stieß. Auf anderen Rechnern ließ sich das Problem nicht reproduzieren. Linus Torvalds konnte immerhin den Absturz reproduzieren, indem er direkt den HPET-Timer überschrieb. Nun, da so gut wie sicher ist, dass der Absturz auf einen Hardware-Fehler zurückgeht, erweist sich die Entscheidung, Linux 3.18 trotz dieses Problems zu veröffentlichen, als richtig. Was nun folgen muss, aber außerhalb von Jones' Zuständigkeit liegt, ist ein Workaround im Kernel, so dass auch betroffene Systeme korrekt arbeiten können. Eine entsprechende Änderung von John Stultz und Linus Torvalds ist bald zu erwarten. Jones zieht das Fazit, dass er künftig bei solchen Fehlern zuerst nach dem DMI-String suchen sollte, um ähnliche Probleme zu finden. Außerdem will er von Anfang an detaillierte Aufzeichnungen machen. In diesem Fall war er nicht dazu gekommen, weil er annahm, dass das Problem schnell gefunden werden würde.

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Kommentare (Insgesamt: 3 || Alle anzeigen || Kommentieren )
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Re: EEVblog (ThamanX, So, 11. Januar 2015)
EEVblog (Canaris, Fr, 9. Januar 2015)
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