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Mo, 19. Januar 2015, 16:22

Gesellschaft::Bildung

Photoshop raus, Krita rein in die Universität Paris 8

Mangelnde Unterstützung wirft die Kunstabteilung der Universität Paris 8 dem Hersteller von Photoshop vor. Konsequenterweise stellt sie jetzt auf freie Software um.

Krita 2.8

Tyson Tan

Krita 2.8

Wie dem Blog von Krita zu entnehmen ist, hat die Abteilung für Kunst und Bildtechnologie (ATI) der Universität Paris 8 Ärger mit Adobe, dem Hersteller von Photoshop. Das Unternehmen leistete nach Angaben der Verantwortlichen der Universität keinen angemessenen Support. Die Abteilung beschloss daher, das Programm zu ersetzen.

Die Abteilung bildet die Studenten nicht nur in der Benutzung von Grafiksoftware aus, wobei zwei- und dreidimensionale Grafik, Effekte und Compositing auf dem Plan stehen, sondern auch in der Programmierung eigener Grafiksoftware in Python, C# oder C++.

Im vergangenen November lud François »Coyhot« Grassard, Lehrer für Compositing am ATI und ein wohlbekannter Benutzer der freien Programme Blender und Natron, David Revoy ein, um Krita 2.8 zu präsentieren. Revoy stellte in vier Stunden fast die gesamte Oberfläche und Funktionalität von Krita vor. Dabei kritisierten Vertreter der Uni, dass Krita nur ein einzelnes Bild zugleich bearbeiten konnte und eine Perspektiventransformation fehle. Diese Funktionen kommen jedoch in Krita 2.9.

Was den Universitätsvertretern besonders an Krita gefiel, waren die zahlreichen Überblendungsmodi, die Fortsetzung von Texturen auf der gegenüberliegenden Bildseite, die Möglichkeit, komplexes Compositing mit den Ebenen auszuführen und die Möglichkeit, den Quellcode zu studieren und zu ändern. So wurde dann die Entscheidung gefällt, in diesem Jahr auf Krita umzusteigen. Neben Krita werden die Studenten nun auch mit Blender und Natron arbeiten. Natron wird als freier Ersatz für Nuke beschrieben. Es ist ein Compositor, der zahlreiche Effekte auf Bilder anwenden kann, 32 Bit pro Farbkanal bietet und OpenFX-Plugins unterstützt.

Ein Problem bei der Umstellung könnte sein, dass Krita kein Photoshop-Klon ist. Doch auch wenn die Bedienung ganz anders ist, ist die Gemeinsamkeit, dass beide eine Vielzahl an Bildbearbeitungsfunktionen bieten. Alle anderen Hochschulen in Frankreich, die Animation lehren und im Netzwerk RECA zusammengeschlossen sind, beobachten die Umstellung mit Interesse, um zu sehen, wie gut sie klappt. Damit haben Krita, Blender und Natron möglicherweise bald zahlreiche weitere Benutzer.

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