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Fr, 23. Januar 2015, 13:30

Software::Desktop::Gnome

Gnome-Portierung auf Wayland fast komplett

Matthias Clasen hat den Stand der Portierung von Gnome auf Wayland beschrieben. Zugleich hat er einen Zeitplan für die Integration von Wayland in Fedora gegeben.

wayland.freedesktop.org

Wayland ist eine modernisierte grafische Oberfläche, deren äußerlich größter Vorteil darin besteht, dass Compositing-Operationen deutlich effizienter als unter X11 ausgeführt werden können. Doch Wayland gilt als noch nicht ausgereift, beispielsweise funktioniert Drag and Drop noch nicht. Auch sonst kann Wayland noch nicht alle Funktionen bieten, die X11 zur Verfügung stellt, und wird daher noch nicht verbreitet eingesetzt.

Ein Einsatz von Wayland würde demnach außer dem schnelleren Compositing keine Vorteile für die Anwender bringen. Außerdem müssen viele Anwendungen erst einmal portiert werden. Zwar laufen fast alle X11-Anwendungen via XWayland auch unter Wayland, aber nur bei einer direkten Nutzung von Wayland können dessen Vorteile auch zum Tragen kommen. Glücklicherweise beschränkt sich die Portierung weitgehend darauf, das zugrunde liegende Toolkit (GTK+, Qt oder andere) in einer an Wayland angepassten Form zur Verfügung zu stellen.

Für GTK+ ist diese Arbeit jetzt weitgehend beendet, wie Gnome-Entwickler Matthias Clasen vermeldet. Damit ist auch die aktuelle Testversion 3.15.4 von Gnome fast komplett Wayland-fähig. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Bibliothek libinput, die in Version 0.8 erschienen ist und sämtliche Eingabegeräte handhabt (bald wohl auch unter X11). Doch libinput ist noch nicht komplett - Wacom-Tabletts und möglicherweise auch einige Touchpads und andere Geräte werden noch nicht unterstützt. Vieles davon ist aber bereits in Arbeit.

Die Konfiguration der Eingaben für Gnome wurde in den Window-Manager Mutter verlegt. Die zugehörigen Änderungen im Gnome-Kontrollzentrum sollen in Kürze integriert werden. Die Gnome-Shell erhielt Unterstützung für Pointer Barriers auch unter Wayland, um Aktionen beim Erreichen eines Bildschirmrandes oder einer Ecke mit dem Mauszeiger auszulösen. GTK+ nutzt jetzt auch bei Popover-Fenstern Subsurfaces. GTK+ kann dynamisch zwischen verschiedenen Display-Systemen wählen und wählt in der aktuellen Testversion automatisch Wayland, wenn sowohl Wayland als auch X11 verfügbar sind.

Für Clasen ist die Zeit daher reif für ausgiebigere Tests. In Fedora 21 konnte man bereits eine Sitzung mit Gnome unter Wayland starten und sich überzeugen, dass das meiste problemlos funktioniert. In Fedora 22 wird nach Auskunft von Clasen Wayland als Login-Bildschirm eingesetzt. Damit kann Wayland auf breiter Basis getestet werden, es müssen aber viele Kompatibilitätsprobleme noch nicht betrachtet werden, da der Login-Bildschirm nur vom Display-Manager und wenigen anderen Programmen genutzt wird. Nach dem Login startet standardmäßig eine X11-Sitzung, Wayland soll aber alternativ und fast schon gleichberechtigt zur Verfügung stehen.

Fedora 23 soll auf Wayland als Standard setzen - somit wäre der lang erwartete große Moment für Wayland Ende dieses Jahres erreicht. Die Umstellung in der Entwicklerversion von Fedora soll schon früh erfolgen, sobald Fedora 22 aus der Tür ist, also voraussichtlich im Mai, spätestens im Juni.

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