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Di, 3. Februar 2015, 09:06

Hardware::Platinencomputer

Raspberry Pi 2 versechsfacht Prozessorleistung

Die Raspberry Pi Foundation hat den Nachfolger des erfolgreichen Kleinrechners Raspberry Pi vorgestellt. Raspberry Pi 2 kommt mit einem Prozessor mit vier Kernen und 1 GB RAM bei gleichem Preis wie Raspberry Pi Model B+.

Raspberry Pi 2, Modell B

raspberrypi.org

Raspberry Pi 2, Modell B

Der Raspberry Pi wurde 2011 vorgestellt, war aber erst knapp ein Jahr später erhältlich. Das Modell B mit 512 MB RAM kostete 35 US-Dollar, das erst etwas später gelieferte Modell A mit 256 MB RAM (ursprünglich waren nur 128 MB geplant) 25 US-Dollar.

Durch den Preis und die Größe, die etwa einer Scheckkarte entspricht, entwickelte sich der Raspberry Pi zu einem ungeahnten Erfolg. Ursprünglich war das System dafür gedacht, Kindern die Konzepte von Computern nahezubringen und damit an die 70er- und 80er-Jahre anzuknüpfen, als man Rechner mit 8 Bit-Prozessoren noch selbst bauen und von Grund auf verstehen konnte. Doch dank der programmierbaren Anschlüsse erreichte das System auch viele Bastler, wurde in Millionenauflage verkauft und inspirierte zahlreiche ähnliche oder verwandte Projekte. Es wird in Forschung und Lehre, in der Industrie, für Heimautomatisierung und Hobbyprojekte eingesetzt.

Die begrenzte Geschwindigkeit und die nur 512 MB RAM waren allerdings Punkte, die komplexere Anwendungen auf dem Raspberry Pi verhinderten. Doch jetzt gibt es den Raspberry Pi 2, der diese Engpässe mildert. Das neue System besitzt einen ARMv7-Prozessor, ist also nach wie vor ein 32-Bit-System. Es handelt sich um einen Soc von Broadcom, den BCM2836. Dieser weist vier Kerne auf, die mit 900 MHz getaktet sind und manche Anwendungen auf die sechsfache Geschwindigkeit gegenüber dem Raspberry Pi 1 bringen. Programme mit nur einem Thread können immerhin noch 30 bis 50 Prozent schneller laufen. Zudem wurde das RAM auf 1 GB verdoppelt. Flash-Speicher besitzt das System nicht, dieser muss über eine MicroSD-Karte bereitgestellt werden.

Raspberry Pi 2, der jetzt als Modell B verfügbar ist, soll vollständig kompatibel mit dem Raspberry Pi Modell B+ sein, alle Anschlüsse sitzen an derselben Stelle. Allerdings benötigt man einen an ARMv7 angepassten Kernel, kann also kein Image von früheren Raspberry Pis verwenden. Die Palette der Betriebssysteme wurde erweitert. So kann das jüngst vorgestellte Snappy Ubuntu eingesetzt werden. Durch eine Zusammenarbeit mit Microsoft wird auch eine, möglicherweise eingeschränkte, Version von Windows 10 lauffähig sein.

Der Raspberry Pi 2 soll zum gleichen Preis wie Raspberry Pi Modell B+ erhältlich sein; die bisherigen Raspberry Pi-Modelle sind weiterhin verfügbar, da nach Angaben der Foundation viele industrielle Kunden auf Raspberry Pi 1 setzen. Ein weiterer Kritikpunkt des Raspberry Pi 1 bleibt bestehen: Der integrierte Grafikprozessor, für den es noch keinen fertigen freien Treiber gibt, auch wenn große Fortschritte erzielt wurden. Allerdings ist der VideoCore-IV nach Angaben der Foundation der einzige offiziell dokumentierte 3D-Grafikkern für ARM-Chips und es besteht Anlass zur Hoffnung, dass bald auf proprietäre Treiber verzichtet werden kann.

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