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Mo, 9. Februar 2015, 09:20

Software::Spiele

Kickstarter als Hebel für Linux-Spiele

Linux dient zunehmend auf Kickstarter als Argument für eine Finanzierung eines Projektes. Wie eine Untersuchung der bisher veröffentlichten Spiele aber zeigt, wird das Versprechen einer Portierung oftmals nicht eingehalten. Lediglich zwei Drittel der angekündigten Spiele sind auch tatsächlich für Linux erschienen.

Für Linux angekündigt und immer noch nicht verfügbar: »Divinity: Original Sin«

divinityoriginalsin.com

Für Linux angekündigt und immer noch nicht verfügbar: »Divinity: Original Sin«

Crowdfunding stellt mittlerweile eine populäre Art der Finanzierung von Produkten und Projekten dar. Als Pionier im Internet gilt dabei die Plattform ArtistShare.com, die im Jahr 2000 von Brian Camelio gegründet wurde mit dem Ziel, die Produktion von Alben durch eine sogenannte »Schwarmfinanzierung« durchzuführen. Mittlerweile hat das Modell auch andere Bereiche erfasst. In Deutschland wurde Crowdfunding der breiten Masse vor allem durch die Kölner Firma Brainpool bekannt, als das Unternehmen ankündigte, für den geplanten Film zur TV-Serie Stromberg auf Crowdfunding zurückgreifen zu wollen. Nach nur einer Woche stand die Finanzierung fest und jeder der über 3000 Investoren wird an den Erlösen aus der Kinoauswertung des Films beteiligt.

Doch auch in der Spielebranche, in der die Entwicklung von neuen Produkten nicht selten Millionenbeträge erfordert, entwickelt sich Crowdfunding zum tragfähigen Geschäftsmodell. So vergeht mittlerweile kaum eine Woche, in der kein neues Spiel auf Kickstarter angekündigt wird. Dass Spieler auch durchaus gewillt sind, Spiele zu finanzieren, bewiesen unter anderem Tim Schafer (Monkey Island, Day of the Tentacle, Brütal Legends) und Ron Gilbert (Monkey Island, Maniac Mansion, Zak McKracken), als die beiden Designlegenden ein neues Projekt unter dem Arbeitsnamen »Double Fine Adventure« ankündigten und binnen des vorgesehenen Zeitraums über 3,3 Millionen US-Dollar einsammeln konnten. Nur ein Jahr später konnte inXile Entertainment die Marke sogar noch steigern und trug über 4 Millionen USD für das Spiel »Torment: Tides of Numenera« zusammen.

Fehlt ebenfalls für Linux: »The Banner Saga«

steampowered.com

Fehlt ebenfalls für Linux: »The Banner Saga«

Was treibt die Spieler dazu, ein Projekt zu finanzieren, dessen Erfolg bestenfalls ungewiss ist? Neben eigenen Vorstellungen sind es oftmals Hoffnungen, die von den Herstellern in Form von Ankündigungen geweckt werden. Hoffnungen, ein bestimmtes Produkt zu erstellen oder eine bestimmte Plattform zu bedienen. Überproportional oft wird dabei das Versprechen gegeben, neben Windows auch Linux zu unterstützen, wie eine Auswertung der durch Kickstarter finanzierten Spiele zeigt. So wurde laut einer Untersuchung von Pro-Linux bei den 135 zuletzt durch die Plattform finanzierten Spielen bei über 90 Titeln als Zielplattform auch Linux genannt.

Dass die Wirklichkeit allerdings nicht immer dem Versprechen folgen muss, zeigen die portierten Spiele. So ist nicht mal jedes zweite zuletzt veröffentlichte Kickstarter-Spiel auch für Linux verfügbar. Von den insgesamt 90 angekündigten Linux-Portierungen sind bis heute erst 59 auch tatsächlich fertig. Unter den fehlenden Titeln befinden sich auch Hochkaräter wie beispielsweise das im Januar des vergangenen Jahres für Mac OS X und Windows veröffentlichte »The Banner Saga« (723.886 USD an Mitteln) oder das im Juni ebenfalls für die zwei Plattformen erschienene »Divinity: Original Sin« (944.282 USD).

Dementsprechend kann nicht behauptet werden, dass nur unabhängige Kleinentwickler oft versprechen, was sie nicht halten können – angekündigte und nicht veröffentliche Linux-Versionen gibt es in allen Preisklassen. Die wohl häufigste Ursache für das Fehlen einer Linux-Version sind Probleme mit der eingesetzten Engine oder der unterschätzte Portierungsaufwand der Spiele.

Dass es allerdings auch anders geht und ein Spiel auch ohne eine explizite Erwähnung für Linux erscheinen kann, zeigen das mit knapp 2,3 Millionen USD finanzierte »Planetary Annihilation« und »Small World 2: The Return!« (394.019 USD). Beide Spiele wurden lediglich für die Windows- und Mac-Plattformen angekündigt und nachträglich auch für Linux veröffentlicht.

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