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Do, 19. Februar 2015, 14:49

Software::Kernel

Kernel-Entwicklungsbericht der Linux Foundation

Die Linux Foundation lässt die Kernel-Entwicklung der letzten eineinhalb Jahre Revue passieren. Die noch an Fahrt zunehmende Weiterentwicklung wird verstärkt auch von automatisierten Tests begleitet.

Linux Foundation

Die Linux Foundation, das Industriekonsortium zur Förderung von Linux und offener Zusammenarbeit, hat zum sechsten Mal einen Bericht zu verschiedenen Aspekten der Entwicklung des Linux-Kernels vorgestellt. Seit dem letzten Bericht wurden acht Kernel-Versionen veröffentlicht, von 3.11 bis 3.18 im Dezember 2014.

Überraschungen sind in dem diesjährigen Bericht nicht zu finden. Die aktuellen Trends wurden von Jonathan Corbet, einem der Autoren des Berichts, auf LWN bereits in verschiedenen Artikeln aufbereitet.

Nach sämtlichen Maßstäben beschleunigt sich die Entwicklung von Linux immer weiter. Immer mehr Entwickler tragen immer mehr einzelne Änderungen bei, und die durchschnittliche Zeit zwischen zwei Kernel-Veröffentlichungen ist dennoch leicht gesunken. In den letzten acht Kernel-Versionen wurden über 96.000 Änderungen (die von Einzeilern bis zu mehreren komplett neuen oder überarbeiteten Dateien reichen können) von 4.169 Entwicklern aus 518 Unternehmen integriert. Die Zahl der Änderungen und die Zahl der Entwickler sind damit im Schnitt gestiegen, während die Zahl der repräsentierten Unternehmen, soweit sie den Entwicklern zuzuordnen waren, leicht gesunken ist.

Die Infrastruktur zum automatisierten Testen von Kernels wurde weiter ausgebaut und konnte über 500 Fehler entdecken, die jeweils prompt behoben wurden. Im Kernel selbst wurde ein Selbsttest-Framework begonnen, das in den nächsten Monaten wohl schnell ausgebaut wird.

Die Abstände zwischen zwei Kernel-Versionen lagen zwischen acht Wochen (3.16) und elf Wochen (3.13) und damit immer im Zielfenster. Eine kürzere Periode würde zuwenig Zeit zum Testen lassen und eine längere Periode würde bedeuten, dass sich zuviele Änderungen anhäufen. Die Anzahl der Änderungen seit Linux 3.10 beläuft sich auf 7,71 pro Stunde. Diese Zahl vermag allerdings nicht den wahren Aufwand der Entwickler wiederzugeben, da viele Änderungen mehrere Male vorgestellt und modifiziert werden mussten, bis sie in den Kernel gelangten, viele schaffen es überhaupt nie in den Kernel.

Linux 3.18 kommt auf knapp 19 Mio. Zeilen Code, fast zwei Mio. mehr als Linux 3.10. Mit einer Ausnahme, der zweiten in der Geschichte von Linux, ist diese Zahl mit jeder Version gestiegen. Auch die Zahl der Entwickler, die an einer Kernel-Version beteiligt sind, ist gestiegen und liegt mittlerweile fast immer über 1400. Seit der Einführung von Git haben fast 12.000 Entwickler mitgewirkt, die aus über 1200 Firmen kamen. Die Anzahl der Firmen scheint aktuell etwas rückläufig, was für eine gewisse Konsolidierung spricht.

Der Anteil der Entwickler, die in ihrer Freizeit mitarbeiten, ist immer noch bedeutend, wenn auch sinkend. Diese Entwickler steuern meist nur wenige Änderungen bei, was aber durch ihre große Zahl kompensiert wird. Über 80% aller Beiträge stammen jedoch von bezahlten Entwicklern. Bei den Unternehmen sind Intel, Red Hat, Linaro, Samsung, IBM, SUSE, Texas Instruments, Vision Engraving Systems, Google und Renesas diejenigen, deren Entwickler die meisten Beiträge liefern. Sie machen zusammen mit den nicht genau zuzuordnenden Entwicklern mehr als 57% der Entwicklung aus. Die Zahl der neuen Entwickler lag bei den betrachteten acht Kernel-Versionen zwischen 205 und 272. Auch hier ist ein steigender Trend zu beobachten.

Die Schlussfolgerung ist, dass Linux eines der größten und erfolgreichsten freien Softwareprojekte ist. Für Unternehmen lohnt es sich in jedem Fall, sich an der Entwicklung zu beteiligen. Der Bericht ist bei der Linux Foundation kostenlos herunterzuladen.

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