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Di, 10. März 2015, 09:12

Software::Kernel

Kernel-Entwickler geben sich Verhaltenskodex

Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman hat einen »Code of Conflict« erstellt und als Patch für den Kernel eingereicht. Dieser Verhaltenskodex soll im Konfliktfall bei der Mediation helfen.

Greg Kroah-Hartman

Wikipedia

Greg Kroah-Hartman

Bevor Kroah-Hartman seinen Patch einreichte, wurde dieser in der letzten Woche von sechzig Entwicklern gegengezeichnet. Linus Torvalds hat den Patch mittlerweile in die Dokumentation des Kernels in Version 4.0-rc3 übernommen. Dabei geht es um Konflikte, die im Rahmen des Code-Review von Einreichungen der Entwickler entstehen. Falls ein Entwickler sich persönlich stark angegriffen oder bedroht fühlt, stehen als Mediatoren künftig die Mitglieder des Linux Foundation Technical Advisory Board bereit.

Kroah-Hartman beschreibt den Prozess der Prüfung des für den Kernel eingereichten Codes als einen sehr persönlichen Prozess, der sich stark von der herkömmlichen Art der Softwareentwicklung unterscheidet. Kritik sei dabei keine Seltenheit, im Gegenteil gelange kaum ein Patch in den Kernel, ohne dass Verbesserungen daran nötig seien. Konflikte werde es dabei zwangsläufig immer wieder geben. Dieser ausgefeilte Prozess garantiere aber eine sehr hohe Code-Qualität, die dem Kernel angemessen sei und an der man festhalten will. Allerdings sei es nicht akzeptabel, wenn sich Entwickler dabei persönlich angegriffen, bedroht oder sonst wie unwohl fühlen.

In letzter Zeit werden immer wieder Stimmen laut, die die oft unmissverständliche Ausdrucksweise einiger altgedienter Entwickler - allen voran Torvalds selbst - für die Kernelentwicklung als abträglich erachten. Neue Entwickler, vor allem auch Frauen, würden durch die oft persönlich beleidigenden Äußerungen während eines Code-Review abgeschreckt und würden sich lieber anderen Projekten zuwenden. Der Patch von Kroah-Hartman will hier zur Deeskalation beitragen. Hartman selbst zählt eher zu den bedachteren Entwicklern, die bei Konflikten vermittelnd eingreifen.

Im Vergleich mit den Verhaltensregeln anderer Projekte und Gemeinschaften enthält der »Code of Conflict« keine festen Regeln, sondern lediglich den Aufruf, nötige Kritik auf einem technischen Level zu halten und nicht persönlich zu werden. So fällt denn auch die Kritik einiger Kommentatoren an dem Dokument auf LWN recht harsch aus.

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