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Do, 12. März 2015, 11:55

Software::Distributionen::Debian

Debian-Projektleiterwahl beginnt

Bei der anstehenden jährlichen Debian-Projektleiterwahl haben drei Kandidaten fristgerecht ihre Bewerbung eingereicht. Der amtierende Projektleiter Lucas Nussbaum kandidiert nach zwei Jahren im Amt nicht mehr.

Software in the Public Interest (SPI)

Nachdem der aktuelle Debian-Projektleiter Lucas Nussbaum nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidiert, wird es am 17. April einen neuen Projektleiter geben. Drei Kandidaten haben sich für die Wahl nominiert: Mehdi Dogguy, Gergely Nagy und Neil McGovern. Alle drei haben ihre Wahlplattform veröffentlicht, in denen sie ihre Vorstellungen erläutern, was sie in ihrer Amtszeit erreichen wollen. Damit ist die Kampagnen-Periode eröffnet, die noch bis zum 31. März reicht. Im Laufe dieser Periode werden die Kandidaten noch ihre Erwiderungen zu den Vorstellungen der anderen Kandidaten veröffentlichen. Vom 1. bis 14. April sind die gut tausend Debian-Entwickler und Debian-Paketbetreuer dann zwei Wochen lang aufgefordert, zu wählen.

Der tunesischstämmige Franzose Mehdi Dogguy arbeitet im Bereich des Hochleistungsrechnens für den Energiekonzern Électricité de France. Er ist langjähriger Debian-Mitarbeiter und hat unter anderem Beiträge für OCaml in Debian, das Release-Team, UbuntuDiff und Debian France im Lebenslauf stehen. Er kandidiert erstmals und hat vor, das Problem der Komplexität der Zusammenarbeit in Debian anzugehen. Er will die Prozesse verbessern und eine neue Roadmap aufstellen. Zudem will er die Verwaltung von Änderungen verbessern und Debian an die sich ändernden äußeren Bedingungen anpassen.

Gergely Nagy, der sich bereits mehrfach erfolglos beworben hat, macht auch dieses Mal keine echte Anstrengung, gewählt zu werden. Er sieht als Hauptaufgabe des Projektleiters, im Hintergrund zu bleiben und die Dinge zu ermöglichen, die die Entwickler benötigen. Konkrete Vorhaben oder Ziele bleibt der Exzentriker schuldig.

Neil McGovern ist ebenfalls ein langjähriger Debian-Mitarbeiter und kandidiert zum wiederholten Mal. Er war Release-Manager für die letzten drei Debian-Versionen, Pressekontakt des Projekts, Mitorganisator der Konferenz DebConf, SPI-Vorstandsmitglied, Admin im Google Summer of Code und einiges mehr. Derzeit arbeitet er bei Collabora. Debian ist seiner Meinung jetzt so wichtig wie nie zuvor und nach wie vor auf dem richtigen Weg. Daraus folgt, dass sich Debian weiter bemühen muss, die Bedürfnisse seiner Benutzer zu befriedigen, von denen, die die aktuellsten Pakete aus dem Entwicklungszweig benötigen, bis zu denen, die auf äußerste Stabilität aus sind. McGovern sieht es wie Nagy als Hauptaufgabe des Projektleiters, Dinge zu ermöglichen, aber zweifellos nicht im Hintergrund. Einige seiner konkreteren Ziele sind die Implementation von PPA-Archiven wie bei Ubuntu, die Modernisierung der Infrastruktur einschließlich der Generierungs-Server und Förderung von Aktivitäten in Debian, die nicht das Paketieren betreffen. Zudem will er einen Teil der Geldreserven für Debian förderliche Aktivitäten ausgeben und ist für Vorschläge offen, die Aktivitäten des Projektleiters auszuweiten.

Der Debian-Projektleiter bestimmt ein Jahr lang die Richtlinien der Politik des Projektes und füllt damit eine ähnliche Rolle aus wie ein Regierungschef. Er kann vielerlei Aufgaben delegieren und andere Entwickler mit entsprechenden Vollmachten ausstatten.

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