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Mi, 18. März 2015, 09:00

Gemeinschaft::Personen

Vor 30 Jahren veröffentlichte Richard Stallman das GNU-Manifest

Das GNU-Manifest legte 1985 die Ziele einer Bewegung fest, die sich der Kommerzialisierung von Unix widersetzte und ein freies Betriebssystem anstrebte.

Richard Stallmann

bytesmedia.co.uk

Richard Stallmann

Das GNU-Manifest wird im März 30 Jahre alt. Es zielte auf ein freies Betriebssystem, das allen Anwendern offenstand. Der Begriff frei meinte quelloffen, nicht kostenfrei. Unix wurde ab 1982, als AT&T und die Bell Laboratories, wo Unix maßgeblich von Ken Thompson und Dennis Ritchie entwickelt worden war, aufgespalten wurde, zunehmend kommerzialisiert. Das enttäuschte viele Wissenschaftler, Studenten und Entwickler, die bisher in einer freien Atmosphäre und bei freiem Informationsaustausch im universitären Umfeld hatten arbeiten können.

Richard Stallman, der am berühmten MIT Artificial Intelligence Laboratory forschte, fand die Situation untragbar und regte 1983 auf zwei Mailinglisten die Schaffung eines freien Systems an und rief zu einer Spendensammlung auf, um Entwickler für dieses Unterfangen zu gewinnen. Das Hacker-Ethos müsse bewahrt werden, intellektuelle Neugier, Korpsgeist und Spaß am Hacken seien wichtiger als Profit, so Stallman.

So veröffentlichte er 1985 das GNU-Manifest (PDF), kurz darauf gründete er die Free Software Foundation, deren Präsident er bis heute ist. Schon im Manifest deutet sich Stallmans kompromisslose Haltung, seine Sturheit, aber auch seine humoristische Ader an. Der Name GNU ist ein rekursives Akronym von »GNU ist nicht Unix«. Unix sollte auch die Grundlage des neuen Betriebssystems sein. Stallman schätzte daran, dass es aus vielen kleinen Programmen besteht, die meist nur eine Aufgabe erledigen und größtenteils unabhängig entwickelt werden können.

Bis 1990 war das GNU-Betriebssystem inklusive der GNU Toolchain fertig, nur der Kernel fehlte. Die Entwicklung des GNU Hurd getauften Projekts gestaltete sich, nicht zuletzt wegen der angestrebten Multithreading-Fähigkeiten, als schwierig und langwierig. GNU Hurd wird bis heute weiterentwickelt, ohne fertig zu sein. Stallmans GNU-Projekt und die Toolchain leben heute unter anderem in Linux fort. Stallman ist ein gern geladener Redner auf Veranstaltungen weltweit. Er vertritt immer noch die feste Überzeugung, Software müsse frei sein. Entweder kontrolliere der Anwender die Software oder die Software kontrolliere den Anwender.

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