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Fr, 20. März 2015, 14:33

Gesellschaft::Politik/Recht

GPL-Verletzungen von Allwinner: Geduld am Ende?

Nach neuen Analysen der veröffentlichten Binärdateien von Allwinner, die auf erneute Verletzungen der GPL oder LGPL hindeuten, äußerte sich der Entwickler Luc Verhaegen deutlich verärgert. Ob jetzt konkrete Schritte folgen, bleibt allerdings abzuwarten.

Mirko Lindner

Der chinesische Chip-Hersteller Allwinner gehört zu den notorischsten Verletzern der GPL, die mit ihren illegalen Aktivitäten wahrscheinlich fortfahren, bis sie juristisch empfindlich getroffen werden. Allein in diesem Jahr wurden bereits mehrfach Vorwürfe gegen das Unternehmen laut. Dabei scheint es, als ob Allwinner immer dreister vorgehen würde, je länger die Verletzung der Copyright-Gesetze geduldet wird. Denn wie jetzt bekannt wurde, ändern Allwinner-Entwickler jetzt teilweise Funktionsnamen und andere Bezeichner, um den illegal genutzten Quellcode schwerer erkennbar zu machen.

Wie Allwinner bedienen sich auch viele andere Unternehmen aus Projekten, die unter der GPL oder LGPL stehen, darunter dem Linux-Kernel, Busybox, dem Bootloader U-Boot oder FFmpeg. Aus der GPL und der LGPL erwächst allerdings die Verpflichtung, den Anwendern die Lizenz mitzuteilen und den Quellcode mit allen Modifikationen zugänglich zu machen. Viele Unternehmen missachten diese Pflicht und kommen damit eine Weile durch, weil die wenigen Leute, die Verstöße verfolgen, bereits ausgelastet sind.

Die GPL-Verletzungen von Allwinner reichen weit zurück und sind so zahlreich, dass sie vom linux-sunxi-Projekt in einer eigenen Wiki-Seite dokumentiert wurden. Das Projekt linux-sunxi arbeitet daran, Unterstützung für die Allwinner-Chips in den Kernel zu bekommen.

Das neueste Problem, nach bereits mehreren anderen in diesem Jahr, wurde von Olliver Schinagl ans Licht gebracht. Demnach haben Allwinner-Entwickler Code von FFmpeg in ihre Bibliothek media-codec-lib eingebaut, aber die Namen einiger Funktionen geändert, um den Verstoß, hier gegen die LGPL, zu vertuschen. Luc Verhaegen, der den FFmpeg-Code mitentwickelt hat, konnte trotzdem genaue Angaben zu den übernommenen Funktionen machen. Dabei nahm er kein Blatt vor den Mund: Das zeige, was für ein mieses Spiel Allwinner spiele, und es sei klar, wie das Unternehmen reagieren werde, wenn er jetzt öffentlich darlegen würde, welche Funktionen er identifiziert habe. Allwinner habe damit einen neuen Tiefpunkt erreicht. Schinagl gab allerdings zu bedenken, dass die Aktion auch von einem einzelnen Entwickler und dessen Chef ausgehen könnte und nicht für Allwinner insgesamt zutreffen müsse. Verhaegen hat indessen die Geduld mit Allwinner verloren und fordert ein Ende der Täuschungen und des Hinhaltens durch Allwinner. Ob er konkrete Schritte plant, ist allerdings noch nicht bekannt.

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