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Do, 26. März 2015, 08:00

Software::Desktop::Gnome

Gnome 3.16 erschienen

Die freie Desktopumgebung Gnome ist wie geplant in Version 3.16 erschienen. Unter den zahlreichen Änderungen fällt das neue Aussehen der Benachrichtigungen am meisten auf.

Das neue Shell-Theme in Gnome 3.16

Matthias Clasen

Das neue Shell-Theme in Gnome 3.16

Gnome 3.16 ist eine Veröffentlichung mit vielen größeren neuen Funktionen. Über 1.000 Entwickler haben in einem halben Jahr insgesamt mehr als 33.500 Änderungen gegenüber Gnome 3.14 vorgenommen. Die wichtigste darunter dürfte die lang geplante Neuimplementation der Benachrichtigungen sein. Sie ändert die Interaktion mit dem Benutzer in einem Punkt. Während die Benachrichtigungs-Popups weitgehend unverändert blieben, sind ältere Benachrichtigungen, auch solche, die man möglicherweise verpasst hat, jetzt im Kalender-Popup zu finden. Das bisher verwendete Benachrichtigungs-Fach wurde entfernt.

Für Entwickler gibt es in Gnome 3.16 bedeutende Verbesserungen, die teilweise im Toolkit GTK+ 3.16 realisiert wurden. So kann die in GTK+ enthaltene Bibliothek GDK jetzt Fenster mittels OpenGL darstellen. Diese Funktion nutzt die Bibliothek libepoxy und ist derzeit unter X11 und Wayland nutzbar. Darstellungen mit OpenGL können jetzt außerdem in ein einzelnes Kontrollelement erfolgen, dafür wurde das neue Element GtkGLArea geschaffen.

Fotostrecke: 10 Bilder

Überarbeitetes Benachrichtigungs-Popup in Gnome 3.16
Vorangegangene Benachrichtigungen im Kalender-Popup in Gnome 3.16
Neue Privatsphären-Einstellungen in Gnome-Initial-Setup 3.16
Verbesserungen an Nautilus in Gnome 3.16
Wiederherstellung einer gelöschten Datei in Nautilus in Gnome 3.16
Die neue Referenzzählung in GLib unterstützt die Entwickler beim Debuggen. Auch der GTK+-Inspector wurde in etlichen Punkten verbessert. Zudem enthält Gnome 3.16 eine Vorschau auf die kommende Gnome-Entwicklungsumgebung Builder, deren Entwicklung durch eine Spendenkampagne auf Indiegogo finanziert wurde.

Die Oberfläche diverser mitgelieferter Programme, darunter der PDF-Betrachter Evince, der Bildbetrachter Eye of Gnome (Eog) und der Dateimanager Nautilus, erhielt Verbesserungen. Besonders an letzterem wurde stark gearbeitet. Das bisher unter dem Zahnradsymbol verfügbare Menü wurde durch ein Popover-Menü ersetzt. Die Listendarstellung der Dateien wurde verbessert und das Löschen einer Datei kann nun bereits im Benachrichtigungs-Popup rückgängig gemacht werden.

Die Grafiken von Gnome wurden erneuert und sollen nun zeitgemäß aussehen. So gibt es ein neues Theme für die Gnome-Shell, das in sass, einer CSS-Erweiterungssprache, geschrieben wurde und mehr Code gemeinsam mit dem GTK+-Theme Adwaita nutzt. Fensterdekorationen nutzen auf Client- und Server-Seite denselben Code.

Die Bildlaufleisten wurden, ebenfalls dank einer Neuerung in GTK+, als Overlay angelegt. So werden sie nur noch angezeigt, wenn sie benötigt werden. Die Oberfläche soll damit aufgeräumter und weniger ablenkend wirken.

Erstmals in Gnome 3.16 mitgelieferte neue Programme sind Kalender, die Zeichentabelle Zeichen und der E-Book-Betrachter Bücher, der momentan nur Comics unterstützt. Das Frontend für die Paketverwaltung, Gnome Software, ermöglicht jetzt auch die Installation von Codecs, der Login-Bildschirm funktioniert auch unter Wayland und der Bildbetrachter Eye of Gnome erhielt eine neue Oberfläche.

Zur Verbesserung der Privatsphäre gibt es nun bereits in gnome-initial-setup eine entsprechende Konfigurationsseite, auf der man die Mitteilung des eigenen Standortes an Webdienste und die automatischen Fehlerberichte abschalten kann. Dieselben Einstellungen sind auch jederzeit danach in den Systemeinstellungen verfügbar. Mehr Details zu den Änderungen von Gnome 3.16 liefern die Anmerkungen zur Veröffentlichung.

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