Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Do, 2. April 2015, 10:37

Software::Distributionen::Debian

Projektleiter Nussbaum zufrieden mit Debian-Entwicklung

Der scheidende Projektleiter Lucas Nussbaum zeigte sich in einem Interview am Ende sener Amtszeit zufrieden mit der Entwicklung von Debian. Nussbaum diente dem Projekt zwei Jahre lang als Projektleiter (DPL).

Lucas Nussbaum

ITWire

Lucas Nussbaum

Nussbaum, der nach zwei Amtszeiten als DPL bei der derzeitigen Projektleiterwahl nicht mehr kandidiert, sprach mit dem Internet-Magazin iTWire über seine Amtszeit. In seiner Plattform zur Wahl 2013 hatte Nussbaum den Eindruck geäußert, Debian habe seine Entwicklung verlangsamt, seinen Drive und seine positive Energie verloren. Was ihn dann erwartete, ließ nichts an Drive vermissen, wenn auch die Energien nicht immer positiv waren.

Während Nussbaums Amtszeit quälte sich Debian durch die vermutlich schwierigste Phase in seiner Entwicklung. Der Wechsel zu Systemd geriet zur Zerreißprobe. Nussbaum sagt, üblicherweise könnten ein Paketbetreuer oder ein Team Entscheidungen zum Wechsel von einem Paket zu einem anderen treffen. Beim Umstieg zu Systemd sei das nicht der Fall gewesen, es sei keine rein technische, sondern auch eine politische Entscheidung gewesen, die den Weg von Debian über die kommenden Jahre im Voraus bestimmt.

In der Rückschau ist Nussbaum überzeugt, das Projekt hätte die Situation kaum besser handhaben können. Solch einschneidenden Entscheidungen seien in einem Projekt wie Debian, das großen Wert auf gut informierte, korrekte technische Entscheidungen setzt, immer schwierig. Nun, da auch der Übergang zu Systemd bei Debian technisch vollzogen ist, stehe in allen Distributionen noch viel Arbeit an, um bestmöglich von dem neuen System zu profitieren, das zudem ein bewegliches Ziel in voller Entwicklung sei und von daher auch künftig weitere Entscheidungen erfordern werde.

Somit sieht Nussbaum seine anfängliche Sorge über den verlorenen Impuls und einen Mangel an positiver Energie als unbegründet. Die Debatte um das neue Init-System habe gezeigt, wie viel Debian seiner Gemeinschaft bedeutet. Dass Canonical nur Tage nach Debians Entscheidung für Systemd Upstart fallen ließ und ebenfalls auf Systemd umstellen wollte, zeige, welchen Einfluss Debian auf seine Derivate habe und wie sehr diese auf Debian als solide Plattform setzen. So seltsam es auch klingt, so Nussbaum, habe die ganze Saga um Systemd Debian wieder an seinen angestammten Platz gerückt.

Gefragt, was er als die wichtigste Errungenschaft in seiner Amtszeit ansehe, fand Nussbaum dies schwierig zu beantworten, da der DPL mehr hinter den Kulissen arbeite, als in der ersten Reihe zu stehen. Aber zwei Dinge fand er dann doch berichtenswert. Einmal sei er stolz, das Paket »how-can-i-help« auf den Weg gebracht zu haben. Zweitens findet er die Einführung der Key-Packages wichtig bei der Zusammenstellung einer neuen Debian-Veröffentlichung. Das Paket »how-can-i-help« soll die Gemeinschaft um neue Beitragende erweitern helfen. Debian erwecke, so Nussbaum, da es so gut funktioniert, oft den Eindruck, es benötige keine weiteren Helfer. Die Key-Packages helfen vor einer Veröffentlichung dabei, zu sehen, welche Pakete mit RC-Fehlern notfalls entfernt werden können und welche als Schlüsselpakete unbedingt in die Veröffentlichung gehören.

Ein Problem das er gerne gelöst hätte, ist der ständige Personalmangel in Debians Kern-Teams. Um hier mitzuwirken bedürfe es spezieller Kenntnisse, die meist erst nach mehreren Jahren der Mitarbeit bei Debian gegeben seien. Somit sei es wichtig, neue Beitragende im Projekt aufzunehmen und diese zu binden. Zwei Dinge will Nussbaum nach dem Ablauf seiner Amtszeit Mitte April angehen. Eines ist die Ausdehnung der Ideen des Derivative Desktop, der die Debian-Ableger näher ans Projekt bindet und einen Austausch befördert, über die Grenzen von Debian und somit über das DEB-Paketformat hinaus. Hier sei Raum für Zusammenarbeit für Paketbetreuer verschiedener Distributionen, die oftmals die gleiche Arbeit nur leicht abgewandelt machen. Zudem möchte er sich dem Bereich »automatisiertes Paketieren« widmen. Dabei geht es ihm um die Integration von sprachspezifischen Paketierungswerkzeugen wie etwa rubygems und anderen. Das Ziel sei, auch diese Formate als Debian-Pakete zu handhaben und so das Leben von Administratoren zu erleichtern.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung