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Mo, 13. April 2015, 12:24

Gemeinschaft::Organisationen

X.org: Zusammenschluss mit SPI gescheitert

Wie sich aus der jüngsten Abstimmung der Mitglieder der X.org Foundation ergab, kann die Organisation den seit über einem Jahr beabsichtigten Beitritt zur SPI nicht durchführen. Grund hierfür ist eine zu geringe Wahlbeteiligung.

x.org

Bereits seit zwei Jahren kämpft X.org nicht nur mit diversen Schwierigkeiten bei der Entwicklung des X-Servers, sondern auch mit zahlreichen organisatorischen Problemen. Bereits im Sommer 2013 verlor die Stiftung ihren Status als gemeinnütziger Verein. Das US-amerikanische Finanzamt hatte X.org den Status unter anderem aufgrund unregelmäßiger Jahresberichte zu den Einnahmen der Organisation widerrufen. Das bedeutete für X.org unter anderem den Verlust von diversen Steuerbefreiungen und der Möglichkeit, Spendenquittungen auszustellen.

Die Projektverantwortlichen waren sich deshalb sicher, dass X.org sich strukturell neu aufstellen musste. Ob man dazu eine eigene Stiftung unterhalten muss, war nur eine der Fragen. Bedingt durch die anfallende Arbeit bei der Erledigung der Modalitäten war auch der Anschluss an eine Dachorganisation eine durchaus akzeptierte Option. In Frage kamen dabei diverse Einrichtungen – unter anderem auch die gemeinnützige Organisation Software in the Public Interest (SPI), für die man sich schlussendlich entschloss.

Um einer Dachorganisation allerdings überhaupt beitreten zu können, bedürfte es einer Änderung der Satzung. SPI selbst hatte bereits am 9. Januar beschlossen, die X.org Foundation unter ihrem Dach aufzunehmen. Nun hatte X.org wiederum 90 Tage Zeit, sich für oder gegen den Vorschlag zu entscheiden. Im Zuge der Wahl neuer Vorstandsmitglieder, die bereits am 9. März beginnen sollte, wegen des SPI-Beitritts und der damit einhergehenden Arbeit aber verschoben werden musste, sollte seitens der Entwickler über einen Beitritt entschieden werden. Dieser fand nun nicht die nötige Mehrheit.

Für die Verantwortlichen von X.org ist dabei besonders bitter, dass sich die beteiligten Entwickler weitgehend für einen Beitritt ausgesprochen haben. Die rechtsgültige Änderung der Statuten scheiterte allerdings an denselben. Denn die Satzung der Organisation schreibt vor, dass sie nur mit einer Zweidrittelmehrheit aller Stimmberechtigten geändert werden kann. Bei 69 aktiven Mitgliedern gaben allerdings nur 41 Personen ihre Stimme ab, von denen sich 35 für eine Änderung und somit einen Beitritt zu SPI ausgesprochen haben.

Der nun neu gewählte Vorstand rund um Peter Hutterer, Martin Peres, Rob Clark und Daniel Vetter muss nun in der kommenden Zeit die Scherben der Vergangenheit zusammenkehren und die Weichen für die Zukunft stellen. Wie diese aussehen wird, steht dabei noch nicht fest. Denkbar wäre unter anderem auch ein neuer Versuch eines Beitritts, in der Hoffnung, dass die Entwickler den Ernst der Lage erkannt haben und bei einem neuen Versuch bei einer Abstimmung aktiver wären. Dass es dabei das alte Angebot von SPI sein wird, dürfte allerdings ausgeschlossen sein.

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