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Fr, 17. April 2015, 11:11

Software::Desktop::KDE

Die Zukunft von Audacity

Libre Graphics World hat die Entwickler von Audacity über ihre Pläne für die Weiterentwicklung des Projekts befragt. Dabei steht, noch ohne genaue Priorisierung, vieles zwischen Verbesserung der Code-Qualität, Modularisierung und Neuentwurf der Oberfläche auf der Wunschliste.

Oberfläche von Audacity aktuell

Hans-Joachim Baader

Oberfläche von Audacity aktuell

Das Interview fand kurz nach der freudig erwarteten Freigabe der Version 2.1 statt, der ersten größeren Erneuerung seit Version 2.0 vor drei Jahren. Die neue Version brachte viele Neuerungen. Noch viele mehr, die auf der Wunschliste der Anwender stehen, mussten jedoch zurückgestellt werden.

Wenn es nach dem Entwickler James Crook geht, sollen jedoch nicht so sehr neue Funktionen, sondern die Qualität der Anwendung in nächster Zeit im Vordergrund stehen. Automatisierte Tests, auch der Performance, einstellbare Log-Ausgaben zum Debuggen und Verbesserungen in der Skriptanbindung nennt er dabei als Hauptinteressen.

Studie für eine überarbeitete Oberfläche von Audacity

Lucas Romero Di Benedetto

Studie für eine überarbeitete Oberfläche von Audacity

Seiner Meinung nach ist Audacity inzwischen auch zu schwer zu benutzen, insbesondere für Einsteiger. Das Programm benötige für solche Benutzer einen einfacheren Modus, ohne den Zugang zu fortgeschrittenen Funktionen zu verwehren. Das sei eine Herausforderung für das Design der Oberfläche.

Die MIDI-Funktionalität in Audacity ist immer noch rudimentär, was aber nicht an Desinteresse der Entwickler liegt, sondern an Prioritäten. Diese liegt momentan auf der Verbesserung der Echtzeit-Vorschau. In diesem Zusammenhang sind eine radikal geänderte Oberfläche, Konvertierung von Händeklatschen in Noten, Minimalfunktionen zum Editieren von Noten, ein Echtzeiteffekte-Dock und Automationskurven in Arbeit.

Intern schreitet die Auftrennung zwischen Audio-Funktionen und der Oberfläche voran. Dieses Projekt, das den Namen »Mezzo« trägt, will die Schnittstelle zur Audio-Engine aufräumen. Auf der anderen Seite gibt es Prototypen einer neuen Oberfläche für Audacity mit einer Variante für Touch-Geräte.

Audacity ist bisher kaum modular, wenn man von den Effekt-Plugins absieht. Auch in diesem Punkt will das Team Erweiterungen vornehmen, so dass künftig vielleicht auch Spurtypen als Plugins ausgeführt sein könnten. Nyquist-Effekte sollen künftig auch auf die GUI zugreifen können. Dazu muss Nyquist, einer auf LISP aufbauenden Sprache, mit der man programmatisch auf fast alle Funktionen der Audio-Engine zugreifen kann, beigebracht werden, GUI-Elemente anzusteuern. Das bisher sehr unübersichtliche Effekt-Menü soll künftig an Benutzerwünsche anpassbar und damit viel effektiver nutzbar werden.

Die Gemeinschaft rund um Audacity wird immer größer und erhält immer mehr externe Beiträge. Zwar suggerieren einige Webseiten das Gegenteil, doch deren Daten sind nach Auskunft des Teams veraltet oder unvollständig. Weitere Beiträge und neue Mitarbeiter sind trotzdem immer willkommen. Die größten Herausforderungen sind für die Entwickler, die alle in ihrer Freizeit an dem Projekt arbeiten, die größer werdende Benutzerbasis zu unterstützen, aktuelle Dokumentation zu liefern und trotz des komplizierter werdenden Codes und langweiliger Arbeiten wie Debugging den Spaß am Projekt aufrechtzuerhalten.

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