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Fr, 17. April 2015, 12:55

Software::Kernel

GNU Hurd 0.6 erschienen

Das GNU-Projekt hat Version 0.6 des freien Unix-ähnlichen Kernels Hurd freigegeben. Er läuft auf dem Microkernel GNU Mach, der gleichzeitig in Version 1.5 erschienen ist.

Gnu Hurd

Hurd ist der offizielle Kernel von GNU und stellt eine Sammlung von Servern dar, die auf dem Microkernel GNU/Mach laufen und Dateisysteme, Netzprotokolle, Zugriffskontrolle und alle anderen Features Unix-ähnlicher Kernel implementieren. Die Entwicklung begann 1990, also kurz vor der von Linux, durch eine Entwicklergruppe der Free Software Foundation (FSF), wurde aber bald zugunsten der Verwendung von Linux eingeschränkt. So wurde Hurd erst lange nach Linux in der Praxis benutzbar, und auch das nur bedingt. GNU/Hurd-Distributionen gibt es unter anderem von Debian und Arch Linux (ArchHurd).

Eineinhalb Jahre nach Hurd 0.5 haben die Entwickler eine neue Version veröffentlicht, die allerdings nur sehr wenige Änderungen seit der letzten Version aufweist, insbesondere im Vergleich mit FreeBSD oder Linux. Zwar wurde der Code an zahlreichen Stellen bereinigt, aber auch Hurd 0.6 läuft nur auf 32 Bit x86-Systemen, die Portierung auf 64 Bit ist weiterhin in Arbeit. Anstelle der eingebauten Routinen zum Entpacken von Gzip- und Bzip2-Archiven werden jetzt libz und libbz2 verwendet. Das Programm »fakeroot« wurde stark verbessert und hilft dabei, viele Pakete für Hurd zu erstellen. Kleinere Verbesserungen sind auch von den Programmen portinfo und rpctrace zu vermelden.

Der Init-Server wurde in einen Startup-Server und ein Init-Programm, das dem Sysv-Init-Vorbild folgt, aufgeteilt. Der Startup-Server kümmert sich um die frühe Startphase sowie das Herunterfahren des Systems. Neue Translatoren sind die für das proc-Dateisystem und Zufallsgenerator. Etwas ausführlicher sind die Änderungen im Änderungslog beschrieben. Aufgrund der wenigen vorhandenen Treiber dürfte Hurd am besten in virtuellen Maschinen laufen, es existieren jedoch auch Systeme, auch im Internet, auf denen Hurd nativ läuft.

Hurd fußt nun auf der neuen Version 1.5 des Microkernels GNU Mach. GNU Mach ist ein Fork des ursprünglichen Mach-Kernels, der nach Angaben des Projekts immer noch kompatibel mit Mach 3.0 ist, dabei aber äußerst robust und skalierbar. Die wichtigste Änderung dieser Version sind geschützte Nachrichteninhalte, die auch mit Capabilities assoziiert sein können. An der virtuellen Speicherverwaltung wurden Anpassungen an moderne Hardware vorgenommen, und ACPI wird teilweise unterstützt, so dass ein Ausschalten des Systems möglich ist. Der Debugger kann jetzt ELF-Symboltabellen lesen und über eine serielle Schnittstelle angesprochen werden. Zudem wurden zwei neue Kommandos und kleinere Verbesserungen implementiert. Nicht zuletzt wurde auch der Mach-Code bereinigt und von einigen Fehlern befreit.

Zu GNU Mach gehört auch der Mach 3.0 Interface Generator (MIG), der ebenfalls in einer neuen Version 1.5 freigegeben wurde. MIG übersetzt Definitionen für Remote Procedure Call (RPC) in C-Code und ist damit ein wichtiges Hilfsmittel für die Interprozesskommunikation in Hurd. Neben Korrekturen wurde in dieser Version die Unterstützung für C-Strings variabler Länge verbessert.

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