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Mi, 22. April 2015, 14:46

Software::Grafik

Bildbearbeitungs-Software G'MIC stark erweitert

In seinem Blog hat G'MIC-Hauptentwickler David Tschumperlé eine Zusammenfassung der zahlreichen neuen Funktionen gegeben, die er der freien Bildbearbeitungs-Software in den letzten zehn Monaten spendiert hat.

David Tschumperlé arbeitet seit 2008 an dem von ihm initiierten G'MIC. Die ursprüngliche Entwicklung fand im IMAGE-Team des GREYC-Labors statt, einer öffentlichen Forschungseinrichtung in Caen, Frankreich, die mit CNRS, der größten öffentlichen Forschungseinrichtung in Frankreich, verbunden ist. Inzwischen entwickelt er als Projektleiter die freie Bildbearbeitungs-Software in seiner Freizeit, unterstützt von einer Anzahl weiterer Interessierter.

G'MIC ist vielen nur als Gimp-Plugin bekannt, doch tatsächlich ist es wesentlich mehr. Es ist eine umfangreiche Sammlung von Bildbearbeitungs-Algorithmen, auf den man auf verschiedene Arten zugreifen kann. Enthaltene Filter sind solche für das Entrauschen, Verbessern, Anwendung künstlerischer Effekte und vieles mehr. Es gibt die Möglichkeit, per Kommandozeile ähnlich wie bei ImageMagick auf die Möglichkeiten des Systems zuzugreifen. Eine Alternative ist eine Weboberfläche. Ferner existieren Plugins für Gimp und Krita, und ZArt und PhotoFlow nutzen ebenfalls G'MIC.

Fotostrecke: 6 Bilder

Definition von Farbkurven im Lab-Farbraum und Anwendung auf ein Bild in G'MIC 1.6
Kolorieren von Comics in G'MIC 1.6
Kolorieren von Schwarzweißbildern in G'MIC 1.6
Farbtransfer in G'MIC 1.6. Links das Ausgangsbild, mittig das Referenzbild, rechts das Ergebnis
Freistellung von Vorder- und Hintergrund in G'MIC 1.6
In den letzten zehn Monaten kamen zu den hunderten bereits vorhandenen Effekten noch zahlreiche weitere hinzu, wie Tschumperlé jetzt berichtet. G'MIC kennt jetzt rund neunhundert Kommandos, die in einer Bibliothek von 5 MB Größe realisiert sind.

Die neuen Funktionen sind ziemlich umfangreich. Für die Farbverarbeitung wurde die Möglichkeit geschaffen, Farbkurven in allen Farbräumen zu definieren. Ein neues Werkzeug ermöglicht die Färbung von Comics, wobei der Künstler nur noch die Farbe bestimmter Punkte festlegen muss und der Rest der normalerweise zeitraubenden Arbeit automatisch erledigt wird. Zeichner wie David Revoy nutzen dieses Werkzeug für Comics wie das in Frankreich populäre »Pepper & Carrot«. Angeregt von diesem Algorithmus wurde ein ähnlicher Algorithmus entwickelt, um Schwarzweißbilder zu kolorieren.

Neu ist auch das Farbtransfer-Werkzeug. Mit diesem kann man die Farben eines Bildes so ändern, dass sie den Farben eines Referenzbildes entsprechen. Schon länger verfügbar ist eine Emulation von analogem Filmmaterial. Neu ist, dass diese nun auf einer Webseite erkundet werden kann.

Weitere Neuerungen sind ein schneller neuer Algorithmus zur Freistellung des Vorder- oder Hintergrundes eines Bildes, mehrere neue künstlerische Filter, Delaunay-Triangulation, Bildschärfung und vieles mehr. Der Beitrag von Tschumperlé enthält zahlreiche weitere Angaben, Bilder und Videos zur Demonstration der Neuerungen.

Die weitere Entwicklung von G'MIC dürfte ungebremst weitergehen. Für die Zukunft erhofft sich Tschumperlé ein GEGL-basiertes G'MIC-Plugin in Gimp 3.0 und die Entstehung von G'MIC-Plugins in weiteren Programmen, beispielsweise Blender und Natron.

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