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Do, 30. April 2015, 10:30

Software::Distributionen::Debian

Debian GNU/Hurd 2015 freigegeben

Das Team von Debian GNU/Hurd hat eine neue Version der Debian-Portierung mit Hurd-Kernel freigegeben. Debian GNU/Hurd 2015 gehört nicht zu den offiziellen Portierungen des gerade erschienenen Debian 8, ist aber auf demselben Stand.

Gnu Hurd

Schon 2013 konnte Debian GNU/Hurd eine offizielle Veröffentlichung feiern, die auf dem Stand des nahezu gleichzeitig veröffentlichten Debian 7 war, aber einen deutlich reduzierten Funktionsumfang und eine auf 10.000 Pakete reduzierte Software-Auswahl aufwies.

Inzwischen ist der Abstand zum Linux-basierten Debian deutlich geringer, unter anderem durch den vor kurzem erschienenen Hurd-Kernel 0.6 zusammen mit dem Microkernel Mach 1.5. Nach Angaben des Teams weist der neue Kernel eine massiv höhere Stabilität auf, neue Funktionen bringt er allerdings kaum. Noch immer läuft er nur auf 32-Bit x86-Systemen stabil. Während die Netzwerktreiber nun mit dem NetDDE-Framework als normale Prozesse laufen und auf den Stand von Linux 2.6.32 (Dezember 2009), das für Debian 6 (2011) als Kernel diente, gebracht wurden, gibt es weiter keine Treiber für USB und Soundkarten.

Die Paketauswahl konnte allerdings drastisch gesteigert werden. Rund 80% des Debian-Archivs stehen für Debian GNU/Hurd 2015 als Binärpakete zur Verfügung, darunter Iceweasel 31 ESR, Xfce 4.10, X.org 7.7 und Emacs 24.4. Auf die Desktop-Umgebungen Gnome und KDE muss man unter anderem noch verzichten. Das bisher wahrscheinlich sehr einfache Init-System wurde durch SysVinit ersetzt. Das Linux-spezifische Systemd kam hier ohnehin nicht in Frage.

Installationsmedien für Debian GNU/Hurd 2015 stehen auf dem Server der Debian-Portierungen zum Download bereit. Es sind die drei bei Debian üblichen Formate verfügbar, nämlich ein kleines ISO-Image, das die meisten Pakete aus dem Netz herunterlädt, eine CD-Serie und eine DVD-Serie. Außerdem haben die Entwickler ein vorinstalliertes Disk-Image erstellt, das sich leicht in virtuellen Maschinen verwenden lässt, so dass man das System ohne Installation starten kann.

Hurd ist der offizielle Kernel von GNU und stellt eine Sammlung von Servern dar, die auf dem Microkernel GNU/Mach laufen und Dateisysteme, Netzprotokolle, Zugriffskontrolle und alle anderen Features Unix-ähnlicher Kernel implementieren. Die Entwicklung begann 1990, also kurz vor der von Linux, durch eine Entwicklergruppe der Free Software Foundation (FSF), wurde aber bald zugunsten der Verwendung von Linux eingeschränkt. So wurde Hurd erst lange nach Linux in der Praxis benutzbar, und auch das nur bedingt. Neben der GNU/Hurd-Distribution von Debian gibt es auch eine von Arch Linux (ArchHurd).

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