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Sa, 2. Mai 2015, 09:09

Software::Distributionen::BSD::OpenBSD

OpenBSD 5.7 freigegeben

Erwartungsgemäß haben die Entwickler des Unix-Derivats OpenBSD ein halbes Jahr nach der letzten Version eine neue Version des Systems veröffentlicht. OpenBSD 5.7 bringt neben einer besseren Hardware-Unterstützung unter anderem Verbesserungen im HTTP-Server, USB 3.0 und zahlreiche Software-Aktualisierungen.

OpenBSD 5.7

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OpenBSD 5.7

OpenBSD besteht wie auch andere BSD-Derivate aus dem eigentlichen Kernel und Tools sowie einer Tausende von Programmen umfassenden Ports-Sammlung. Das Basis-System gilt im Allgemeinen als sicher, da das Basissystem gründlich auf mögliche Sicherheitslücken geprüft wird und viele proaktive Sicherheitsmaßnahmen eingebaut worden sind. Die Ports-Sammlung wird jedoch nicht im selben Maße einer Sicherheitsprüfung unterzogen. Seinen Ursprung fand OpenBSD in NetBSD, von dem es durch Theo de Raadt abgespalten wurde und der die Entwicklung immer noch leitet.

So verhalfen de Raadt und sein Team der Distribution, die nun in einer aktualisierten Version 5.7 vorliegt, auch dieses Mal zu einer verbesserten Hardware-Unterstützung. OpenBSD kommt nun auch dank eines neuen xhci-Treibers mit USB 3.0-Geräten klar. Neu ist ebenfalls eine Unterstützung von MosChip Semiconductor 78x0 USB-Adaptern und Silicon Labs CP2110 USB HID-Karten. Zudem unterstützt OpenBSD nun für Suns Neptune 10Gb-Netzwerkkarten. Dank des iwm(4)-Treibers werden auch Intels 7260, 7265 und 3160 WiFi-Karten offiziell in OpenBSD unterstützt. Der rtsx(4)-Treiber spricht auch RTS5227- und RTL8411B-Cardreader an.

Der Kernel von OpenBSD 5.7 unterstützt aus Sicherheitsgründen ab sofort nicht mehr das dynamische Laden und Entladen von Modulen. Zudem wurde das auch in anderen Unixoiden-Systemen nicht gänzlich unumstrittene procfs aus dem Kernel entfernt. PowerMac7,2 and PowerMac7,3 können zudem ab sofort auch mit Multiprocessor-Kerneln booten. Ebenfalls verbessert wurde die Taktfrequenzumschaltung, das nun nicht mehr in apmd(8), sondern im Kernel stattfindet.

Puffy, das OpenBSD-Maskottchen

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Puffy, das OpenBSD-Maskottchen

Der Installations- und Upgrade-Prozess unterstützt mehr Hardware und Trunk-Geräte. Zudem wurde die unbeaufsichtigte Installation weiter ausgebaut. Das RAM-Disk-Abbild mit essenziellen Kommandos wird darüber hinaus ohne Optimierungen und Sicherheitsfunktionen kompiliert, was nicht nur den Speicherverbrauch minimiert, sondern den Entwicklern auch mehr Funktionalität erlaubt.

Nginx und Sendmail wurden nun komplett aus der Basis-Distribution entfernt. Der in der letzten Version vorgestellte OpenBSD-httpd wurde um weitere Funktionen ergänzt und bietet unter anderem Verbesserungen in der TLS-Implementierung. Ebenfalls verbessert wurde in httpd die Unterstützung von virtuellen Hosts, und HTTP-Authentifikation wurde implementiert. Zudem unterstützt die neue Version alternative Log-Verzeichnisse und verschiedene Codes für Verbindungsfehler. Nicht mehr unterstützt werden dagegen SSLv2/3.

Zu den weiteren Neuerungen von OpenBSD 5.7 gehört mit rcctl ein neues Werkzeug zum Konfigurieren und Kontrollieren von Daemonen. fw_update wurde komplett umgeschrieben und sollte nun schneller und intelligenter agieren und dhclient wurde um ein besseres Netzwerk-Error-Tracing erweitert. Mit OpenSSH 6.8, wurde die interne Handhabung des Systems zu einer generischen Bibliothek vorangetrieben und ssh und sshd unterstützten eine experimentelle Schlüsselrotation. Syslogd von OpenBSD basiert auf libevent und Syslog-Nachrichten können ebenfalls über TCP- oder TLS-Verbindungen verschickt werden.

Die weiteren Highlights der mittlerweile über 9000 Ports umfassenden Sammlung beinhalten Gnome 3.14.2, KDE 3.5.10/4.13.3, Xfce 4.10, Mozilla Firefox 31.4.0esr/35.0.1, Chromium 40.0.2214.115, Mozilla Thunderbird 31.4.0 und LibreOffice 4.3.5.2. MariaDB ist zudem in der Version 10.0.16 enthalten und PostgreSQL trägt die Versionsnummer 9.4.1. Eine Liste aller Änderungen kann der Informationsseite oder dem Änderungslog entnommen werden.

OpenBSD 5.7 ist als CD-Abbild auf verschiedenen Spiegelservern und als CD-Set im Handel für zahlreiche Architekturen erhältlich. Ferner besteht die Möglichkeit, die neue Version zu bestellen und das Team finanziell zu unterstützen. Die Distribution besteht dann wie gewohnt aus insgesamt drei CDs, auf denen sich Installationsmedien für die Architekturen i386, amd64, macppc und sparc64 finden. Der offizielle Preis beträgt 44 Euro plus Versandkosten.

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