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Mi, 6. Mai 2015, 14:12

Gesellschaft::Politik/Recht

Mozilla gegen »Zero Rating«

Mozilla setzt sich bereits seit längerer Zeit für Netzneutralität ein. Eine ähnliche Gefahr stellt nach Mozillas Auffassung das in einigen Regionen praktizierte »Zero Rating« dar.

developer.mozilla.org

Wenn die Internet-Zugangsanbieter den Traffic priorisieren dürfen, je nachdem, wieviel der betreffende Kunde gezahlt hat, dann ist das Netz nicht mehr neutral und das offene Web in großer Gefahr. So jedenfalls die Auffassung zahlreicher Verbraucher-, Bürgerrechts- und Open-Source-Organisationen, zu denen auch Mozilla zählt. Mozillas Einfluss auf solche Entscheidungen ist dabei keineswegs gering.

Auf ein ähnliches Problem weist jetzt die Mozilla-Vorsitzende Mitchell Baker hin. Das sogenannte »Zero Rating« bedeutet, dass den Internet-Nutzern ein kostenloser Datenzugang angeboten wird, finanziert durch Netzwerkanbieter oder andere Unternehmen. Das ist vielen Nutzern willkommen, besonders denen, die sich ansonsten keinen Datenzugang leisten könnten. Der Haken daran ist stets, dass der Zugang auf eine oder wenige bestimmte Webseiten beschränkt wird. Von einem freien Internetzugang kann damit keine Rede mehr sein. Laut Mitchell Baker besteht gar kein Zweifel daran, dass dies schlecht ist und dass es bessere Lösungen gibt.

Baker fordert daher, dass der Preis für jede Datenverbindung im Internet derselbe sein muss - ob kostenlos oder nicht, sei dabei nicht vorrangig. Zusammen mit Orange erprobt Mozilla dieses Modell in einigen Regionen in Afrika und im Nahen Osten. Ein anderes Modell sind werbefinanzierte Zugänge, wie sie Mozilla zusammen mit Grameenphone in Bangladesh erprobt. Eine dritte Lösung könnte sein, dass interessierte Firmen und gemeinnützige Organisationen die Kosten übernehmen, ohne den Zugängen Restriktionen aufzuerlegen.

Auf keinen Fall will Mozilla abwarten, ob der Markt das Problem selbst regeln kann, zumal dies ohnehin unwahrscheinlich ist. Die Regierungen sind aufgefordert, »Zero Rating« gesetzlich zu verbieten. Mozilla beteiligt sich daran und hat als eine der ersten Maßnahmen einen Brief an den indischen Premierminister Modi geschrieben. Über die weitere Entwicklung will Mozilla im Mozilla Policy Blog berichten.

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