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Do, 7. Mai 2015, 09:33

Software::Entwicklung

Java 9 soll im September 2016 erscheinen

Der Funktionsumfang von Java 9 zeichnet sich allmählich stärker ab. Doch die Entwickler haben noch bis zum 10. Dezember dieses Jahres Zeit, weitere Funktionalität beizusteuern. Dies geht aus dem aktuellen von Mark Reinhold vorgestellten Zeitplan hervor.

Oracle

Mark Reinhold hatte die ersten Neuerungen für Java (OpenJDK) 9 schon im August 2014 angekündigt. Bis Java 9 letztlich erscheint, werden mindestens zwei weitere Jahre vergangen sein, denn der Termin für die offizielle Freigabe ist vorläufig der 22. September 2016, und eine Vorverlegung wie immer sehr unwahrscheinlich.

Nach dem aktuellen Plan, den Mark Reinhold, Chef der Entwicklungsabteilung der Java Standard Edition bei Oracle, jetzt bekannt gab, soll Java 9 am 10. Dezember 2015 komplett sein, von da an sollen keine neuen Funktionen mehr einfließen. Am 4. Februar 2016 soll die Entwicklung aller Tests abgeschlossen sein. Danach beginnt die Beseitigung der gefundenen Fehler, die in den letzten Veröffentlichungskandidaten am 21. Juli 2016 und die offizielle Freigabe am 22. September 2016 münden. Damit erschiene Java 9 rund zweieinhalb Jahre nach Java 8. Das erscheint früh genug, da viele Entwickler noch gar nicht auf Java 8 aktualisiert haben dürften.

Die Liste der zu erwartenden Neuerungen von Java 9 ist inzwischen deutlich gewachsen. Sie besteht aus »Java Enhancement Proposals« (JEPs), den Vorschlägen für Verbesserungen des JDKs aus der Java-Gemeinschaft. JEP 102 zielt darauf ab, das API zu Systemprozessen zu verbessern. JEP 110 will einen HTTP 2-Client implementieren, JEP 143 die Geschwindigkeit steigern, indem Sperren im Code der Objekt-Monitore optimiert werden. JEP 197 ist ebenfalls eine Optimierung, die den Code-Cache im Hotspot-Compiler in Segmente aufteilt. Dazu kommen noch weitere Vorschläge für Optimierungen. JEP 198 fügt zu der Laufzeitbibliothek ein schlankes JSON-API hinzu. JEP 199 verbessert den »intelligenten« Compiler sjavac.

JEP 224 will Javadoc auf HTML5-Niveau heben. JEP 227 dagegen fordert die Aktualisierung von Unicode auf die Spezifikation 7.0. Daneben stehen weitere Compiler-Erweiterungen, eine Mikrobenchmark-Suite und eine Portierung auf 64-Bit-ARM-Prozessoren unter Linux auf dem Plan.

Am folgenreichsten aber ist zweifellos das mittlerweile erledigte JEP 201, in dem der gesamte JDK-Quellcode modularisiert wird. Dies ist eine Voraussetzung für JEP 200 »Modulsystem für JDK«. Es handelt sich dabei um das schon mehrmals verschobene Project Jigsaw, das Java mit einem stark verbesserten nativen Modulsystem ausstatten soll.

Projekt Jigsaw will das JDK selbst modularisieren, so dass es beispielsweise auf kleinen Rechnern zum Einsatz kommen kann, die nur einen Teil des gesamten JDK benötigen. Es soll die Sicherheit und Wartbarkeit der Java SE-Plattform erhöhen, die Anwendungen beschleunigen und auch die Entwicklung von Bibliotheken und Anwendungen erleichtern.

Java besitzt zwar bereits von Beginn an ein Modulsystem, das auf »Packages« beruht, doch das hat sich im Lauf der Jahre als nicht ausreichend erwiesen. So sind alle Packages öffentlich, auch wenn sie nicht extern genutzt werden sollten, und alle Abhängigkeiten sind statisch. Existierende Lösungen, die Abhängigkeiten flexibler oder auch optional machen und das Starten und Stoppen von Modulen zur Laufzeit ermöglichen, beispielsweise OSGi, sind komplex und nicht in das JDK integriert.

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