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Mi, 20. Mai 2015, 13:19

Software::Entwicklung

20 Jahre Qt

Das Qt-Projekt feiert den 20. Geburtstag der Klassenbibliothek Qt. Von der ursprünglichen »Motif-ähnlichen C++-Bibliothek« war es ein weiter, aber erfolgreicher Weg zu einer Bibliothek, die plattformübergreifend von zahllosen Anwendungen genutzt wird.

Qt-Projekt

Genau heute vor 20 Jahren wurde die erste Betaversion von Qt veröffentlicht. Sie wurde in das Archiv der damals führenden Download-Plattform für freie Software, Sunsite (sunsite.unc.edu, später aufgegangen in ibiblio.org) hochgeladen, aber erst sechs Tage später in der Newsgruppe comp.os.linux.announce angekündigt. Qt war das Werk von nur zwei Personen, die die Firma Trolltech gegründet hatten und die Bibliothek von Anfang an als professionelles Produkt vermarkteten. Schon die erste Betaversion brachte es auf rund 100 Klassen.

Trotz der proprietären Lizenz, die aber immerhin freie Kopierbarkeit unter bestimmten Bedingungen und Einsicht in den Quellcode gestattete, stieß die Bibliothek einiges Interesse - einige der damals besten GUI-Toolkits für X11 wie Motif und XForms waren ebenfalls propietär. Mehrere neue freie Toolkits waren im Zuge des Aufkommens von Linux aber schon im Entstehen, darunter GTK+. Das Interesse an Qt stieg sprunghaft, als Matthias Ettrich ein Jahr später (1996) das KDE-Projekt gründete und Qt zur Grundlage von KDE machte. Nicht nur die Lizenz, sondern auch die starke Verwendung von Makros in Qt und die Nutzung eines eigenen Bau-Werkzeugs (qmake) wurden aber an Qt kritisiert und führten wenig später zur Gründung von Gnome mit GTK+ als Basis.

20 Jahre nach diesen gar nicht so bescheidenen Anfängen feiert Qt nun ein Jubiläum, und KDE feiert mit. Die Geschicke von KDE waren stets eng mit denen von Qt verbunden, und KDE erreichte im Laufe der Zeit mehrere Lizenzänderungen, so dass Qt seit 1999 frei im Sinne aller Organisationen, die freie Software vertreten, war. Davon unabhängig gab es immer kommerzielle Versionen von Qt, die den anhaltenden Erfolg des Herstellers sicherstellten, der sich zwischenzeitlich von Nokia, dann von Digia aufkaufen ließ und heute eine eigenständige Tochterfirma von Digia ist.

KDE bezeichnet sich heute als größtes Anwendungsbeispiel von Qt, aber Qt-Anwendungen können völlig unabhängig von KDE laufen und existieren auch unter Mac OS X und MS Windows in großer Zahl. Die spezielle Partnerschaft zwischen KDE und Qt setzt sich aber bis heute fort. KDE-Entwickler tragen laut KDE um die 50% aller Änderungen und Neuerungen zu Qt bei. Die KDE-Frameworks 5 wurden als Qt-Addon-Module konzipiert. Nicht zuletzt befassen sich auch viele der Studentenprojekte von KDE mit Qt-Entwicklungen.

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