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Mi, 27. Mai 2015, 11:05

Software::Distributionen::Ubuntu

Jonathan Riddell bei Kubuntu ausgebootet

Der Gemeinschafts-Beirat von Ubuntu hat eine Strafmaßnahme gegen Jonathan Riddell, den Projektleiter von Kubuntu verhängt. Riddell wurde angewiesen, sofort für mindestens 12 Monate von seinen Ämtern zurückzutreten.

Canonical

Der KDE-Entwickler Jonathan Riddell spielte eine bedeutende Rolle bei der Entstehung und Fortführung von Kubuntu, einer offiziellen Variante von Ubuntu. Kubuntu war 2006 als offiziell gleichberechtigte Variante von Ubuntu entstanden. 2012 jedoch zog Canonical die letzten bezahlten Entwickler von Kubuntu ab, da es finanziell nicht zu rechtfertigen war. Die weitere Pflege von Kubuntu wurde der Gemeinschaft überlassen, mit Riddell als Projektleiter. Kubuntu hat immer noch offiziellen Status bei Ubuntu, wird aber wie auch Xubuntu und andere Varianten nicht von Canonical unterstützt.

Nun soll Riddell alle seine Ämter bei Kubuntu für mindestens 12 Monate ruhen lassen. Diese Entscheidung, die von Mark Shuttleworth gebilligt wurde, verkündete jetzt der Gemeinschafts-Beirat zusammen mit der Publikation einiger bisher privater E-Mails. Scott Kitterman, der selbst nicht dem Beirat angehört, entschuldigte sich im Namen des Beirats für die bisherige Geheimhaltung. Dies entspreche eigentlich nicht den Werten der Ubuntu-Gemeinschaft, wurde aber so gehandhabt in der Hoffnung, leichter einen Konsens zu erreichen.

Der Ausschluss Riddells wird damit begründet, dass es in letzter Zeit immer schwieriger gewesen sei, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er habe seit Jahren gefordert, dass Canonical seine Markenrichtlinien ändern müsse, da sie nicht kompatibel mit der Ubuntu-Lizenz seien. Auch nachdem dies abgelehnt wurde, habe er nicht aufgehört, es immer wieder aufs Tablett zu bringen. Er sei dabei schließlich zu weit gegangen, habe zuviel Zeit von anderen Leuten verschwendet und auch vor Beleidigungen nicht haltgemacht. Mehr als die publizierten E-Mails sagt dazu wohl ein IRC-Log vom März. Der Beirat schreibt ausdrücklich, dass Riddells Ausschluss nicht aufgrund der Meinungsverschiedenheiten erfolge, sondern weil Riddell sich fortgesetzt falsch verhalten habe.

Verschiedene Mitglieder der Gemeinschaft sind mit der Entscheidung nicht einverstanden, einige werfen dem Beirat Voreingenommenheit vor. Selbst Scott Kitterman ist damit unzufrieden und will die Ubuntu-Gemeinschaft verlassen. Faktisch gesehen hat Riddell, der anscheinend von einem US-Standpunkt aus argumentiert, wohl unrecht. Denn die Markenrichtlinien von Canonical fordern nur, dass Produkte, die die Marken und Designs von Ubuntu verwenden wollen, von Canonical genehmigt werden müssen. Nicht nur Canonical, sondern auch viele größere freie Projekte wie Mozilla und LibreOffice gehen diesen Weg - notgedrungen und nicht unbedingt zur Freude der Gemeinschaft. Nur auf diese Weise besteht für die Projekte eine Handhabe gegen die missbräuchliche Verwendung der Software, beispielsweise das Verbreiten von Download-Paketen mit Spyware.

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