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Mo, 1. Juni 2015, 09:16

Gesellschaft::Politik/Recht

Waylands Lizenz sorgt für Unklarheit

Wie ein Wikipedia-Autor feststellte, ist die Lizenzierung von Wayland mit Problemen behaftet. Die Unstimmigkeiten führen unter anderem dazu, dass Zweifel an einer Kompatibilität zu anderen offenen Lizenzen angebracht sind. Das Team versprach bereits eine Lösung der Sachverhalte.

wayland.freedesktop.org

Wayland ist ein Protokoll zwischen Compositor und Client-Applikationen sowie die entsprechende Implementation als C-Bibliothek. Der Compositor kann dabei ein eigenständiger Display-Server sein, wie der vom Projekt entwickelte Referenz-Compositor Weston, eine X-Anwendung oder ein Wayland-Client. Die Clients können traditionelle Anwendungen, X-Server oder andere Display-Server sein. Wayland und Weston bilden zusammen ein vollständiges Fenstersystem, das sich zumindest unter Linux als eine Alternative zum X Window System versteht.

Wayland selbst steht unter den Bedingungen der MIT-Lizenz - so zumindest die Idee. Bei einer näheren Betrachtung der in den Quellen enthaltenen Lizenz stellt sich allerdings heraus, dass diese von der richtigen MIT-Lizenz abweicht und den Bedingungen der Historical Permission Notice and Disclaimer (HPND)-Lizenz entspricht. Diese wiederum ähnelt der alten, problematischen BSD-Lizenz.

Die FSF hatte in der Vergangenheit die alte 4-Klausel-BSD-Lizenz als nicht GPL-kompatibel eingestuft und deshalb beispielsweise massive Bedenken gegen das Linken von GPL- und BSD-Code geäußert. Die berühmte »BSD advertising Klausel« mache zwar die Lizenz nicht unfrei, verursache aber praktische Probleme, einschließlich einer Inkompatibilität mit der GNU GPL, so die Foundation. In der Vergangenheit riet die FSF deshalb dazu, die abgeänderte 3-Klausel-Variante der BSD-Lizenz zu benutzen.

Die HPND-Lizenz selbst wurde von ihren Erstellern bereits als veraltet gekennzeichnet und zurückgezogen. Der Initiator von Wayland, Kristian Høgsberg, ging allerdings laut eigener Aussage bei der Erstellung versehentlich davon aus, dass sie die aktuelle Fassung der MIT-Lizenz darstelle. So stellte er Wayland unter diese Lizenz, vermerkte aber im FAQ, dass die Implementierung unter der MIT-Lizenz stehe.

Nun gilt es, den Anspruch und die Wirklichkeit in Einklang zu bringen. Laut Markus Slopianka, Wikipedia-Autor, könnte das Team nun entweder das FAQ anpassen oder die Lizenz korrigieren. Die erste Lösung würde zwar die Diskrepanz beseitigen, Wayland aber in eine rechtlich schwierige Lage bringen. Denkbar ist deshalb, wovon auch Høgsberg ausgeht, dass der Lizenztext von Wayland angepasst wird. Laut Høgsberg sollte das auch kein Problem darstellen, da jeder Entwickler der Freigabe seiner Quellen unter den Bedingungen der MIT-Lizenz zugestimmt hat. Dass Wayland tatsächlich unter einer anderen Lizenz stehe, sei unbeabsichtigt, so der Entwickler in einer Antwort.

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