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Mi, 10. Juni 2015, 13:58

Software::Grafik

GEGL 0.3.0 mit vielen neuen Funktionen

Das Bildverarbeitungs-Framework GEGL ist in der neuen Version 0.3.0 erschienen. Das bedeutet auch für die kommende Version des beliebten Bildbearbeitungsprogramms GIMP eine Vielfalt neuer Funktionen und Verbesserungen.

Supernova-Effekt von GEGL 0.3 in GIMP-Entwicklungsversion

libregraphicsworld.org

Supernova-Effekt von GEGL 0.3 in GIMP-Entwicklungsversion

Die neue Version von GEGL, die erste seit drei Jahren, lässt auch die Vorfreude auf GIMP 2.10 steigen - wenn es nur endlich veröffentlicht würde. Doch davon ist immer noch nichts zu sehen, GIMP-Nutzer müssen sich mit der mittlerweile drei Jahre alten Version 2.8 begnügen oder die aktuelle, möglicherweise nicht stabile Version aus dem Versionsverwaltungssystem einsetzen.

GEGL 0.3.0 enthält vor allem zahlreiche neue Grafikoperationen. Die meisten der 71 neuen Filter sind Portierungen von GIMP-Filtern, doch sind einige auch komplett neu. Der Gauss-Unschärfefilter wurde neu geschrieben und soll sowohl schneller als auch genauer geworden sein. Auch andere bedeutende Neuerungen sind in den letzten drei Jahren eingeflossen. So wurde die Thread-Unterstützung deutlich erweitert, gilt aber immer noch als experimentell. Viele Filter profitieren von der Aufteilung in Threads durch höhere Geschwindigkeit, aber längst nicht alle unterstützen bisher Threads. Zudem wird auch OpenCL unterstützt, sofern es erkannt wird, was zahlreiche Operationen durch Ausführung auf dem Grafikprozessor stark beschleunigt.

Für die Benutzer wird GEGL dadurch noch schneller, dass eine auf die Bildschirmauflösung verkleinerte Kopie des Bildes angezeigt wird, während alle Operationen nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch im Hintergrund am Originalbild vorgenommen werden. Diese »mipmaps« genannte Funktion ist ebenfalls experimentell und wird in GIMP noch nicht genutzt. Ob sie für GIMP 2.10 noch implementiert werden kann, ist noch offen. Ein neues »Tile-Backend« beschleunigt das Speichern und Exportieren, indem es in einem separaten Thread arbeitet. Zudem können beim Laden von Bildern jetzt URIs verwendet werden.

Fotostrecke: 3 Bilder

Supernova-Effekt von GEGL 0.3 in GIMP-Entwicklungsversion
Diffraction Patterns-Effekt von GEGL 0.3 in GIMP-Entwicklungsversion
Kopplung von X- und Y-Werten in GEGL 0.3 in GIMP-Entwicklungsversion
Alexandre Prokoudine von Libre Graphics World hat sich die wesentlichen Neuerungen genauer angesehen. Auf GEGL portierte GIMP-Filter haben standardmäßig einen automatisch generierten Konfigurationsdialog. Bei Filtern mit vielen Einstellungen wie beispielsweise dem Fractal Explorer führt das zu unakzeptabel großen Dialogen. Hier müssen Optimierungen und Layoutänderungen von Hand vorgenommen werden, wie am Beispiel des Diffraction Patterns-Filters zu sehen ist, der fast so aussieht wie in der alten GIMP-Version.

Daneben weist die neue GEGL-Version auch einige Rafinessen bei der Generierung der Dialoge auf. So kann man Elemente zur komfortablen Eingabe von Winkeln erzeugen, oder man kann eine Verbindung zwischen Elementen erzeugen, beispielsweise Koordinaten, so dass diese immer proportional geändert werden. Der Nutzer kann diese Verbindung nach Belieben trennen oder wieder schließen.

Eine weitere Neuerung ist, dass GEGL-Operationen aus JSON-Dateien eingelesen werden können. Dies ist eine der Funktionalitäten, die Jon Nordby für The Grid implementierte, ein auf künstlicher Intelligenz beruhendes CMS, das GEGL für die Bildverarbeitung verwendet, und jetzt in GEGL zurück integrierte.

Für GIMP ist ein weiterer Effekt der Verwendung von GEGL, dass die Zahl der direkt oder indirekt beteiligten Entwickler stark anwächst. 92 Personen waren an GEGL 0.3.0 beteiligt, während der Kern der GIMP-Entwickler nur aus wenigen Leuten besteht. Für GIMP 2.10 bleibt immer noch eine Menge zu tun.

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