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Do, 9. Juli 2015, 12:09

Software::Büro

Stagnation von OpenOffice erreicht kritische Ausmaße

Apache OpenOffice hat in den letzten drei Monaten keine nennenswerte Aktivität entfaltet. Die geplante Version 4.1.2 mit Aktualisierungen ist kein bisschen näher gerückt und mindestens eine wichtige Sicherheitslücke bleibt weiter offen.

OpenOffice.org

Schon Ende April warnten Beobachter, dass die Programmierarbeit bei OpenOffice auf nahezu null gesunken ist. Als Apache-Projekt muss OpenOffice jedes Vierteljahr einen Bericht, der öffentlich ist, vom Projektfortschritt vorlegen. Schon der Bericht über das erste Quartal machte recht deutlich, was sich bereits seit längerer Zeit abzeichnete: Entwicklung findet kaum noch statt, und es ist unklar, wieviele der offiziell angegebenen 140 Entwickler noch an OpenOffice arbeiten. Die letzte Veröffentlichung war Version 4.1.1 im August 2014, und das geplante Update 4.1.2 war nicht in Sicht.

Der Bericht für das zweite Quartal, der zwar noch nicht offiziell ist, aber wahrscheinlich der endgültigen Version entspricht, zeigt keinerlei Verbesserung und kann auch keine Hoffnung vermitteln. Zwei Zitate sagen bereits alles: »Der fehlende Fortschritt an allen Fronten macht große Sorgen, und das PMC (Project Management Committee) versuchte seit einiger Zeit, einen Konsens über den weiteren Weg zu finden« und »Obwohl OpenOffice weiter plant, eine Version 4.1.2 zu veröffentlichen, wurde seit dem letzten Bericht keine wirkliche Arbeit dafür geleistet«.

Nicht erwähnt wird in dem Bericht, dass es eigentlich einen dringenden Anlass gibt, Version 4.1.2 zu veröffentlichen. Die Sicherheitslücke (CVE-2015-1774) ermöglicht es Angreifern, beliebigen Code auszuführen, wenn der Benutzer ein präpariertes Dokument öffnet. Die Tatsache, dass es sich dabei um ein Hangul Word Processor (HWP)-Dokument handeln muss, schützt niemanden vor der Lücke, sofern er irgendwie zum Öffnen des Dokuments veranlasst werden kann. In LibreOffice wurde das Problem im April behoben, für OpenOffice existiert nur eine Anleitung für einen Workaround, die von den meisten Benutzern nie gesehen werden wird.

Inaktive Projekte werden in Apache eigentlich nicht geduldet, so dass jetzt die Frage im Raum steht, wie der Apache-Vorstand reagieren wird. Klar ist nun aber, dass LibreOffice der echte Nachfolger von Suns OpenOffice, dem ehemaligen StarOffice ist. Während LibreOffice sich der Unterstützung etlicher kleinerer Unternehmen wie Red Hat und Collabora und hunderter Freiwilliger erfreut, ist OpenOffice, das hauptsächlich von Oracle und IBM gestützt wurde, handlungsunfähig. Damit hat sich die Situation, die entstanden war, nachdem Oracle Sun gekauft hatte, wiederholt. Schon damals hatte Oracle kein Interesse an der freien Office-Suite, mit der sich nur schwer Geld verdienen ließ. Nachdem sich das Unternehmen lange Zeit nicht zur Zukunft von OpenOffice.org geäußert hatte und viele Entwickler aus der Gemeinschaft sich stark in ihrer Handlungsfähigkeit beeinträchtigt sahen, gründeten unabhängige Entwickler LibreOffice als Abspaltung von OpenOffice.org. Oracle übergab openOffice.org bald darauf an die Apache Foundation, womit die Entwicklung hin zur heutigen Situation begann.

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