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Di, 14. Juli 2015, 14:25

Software::Browser

Diskussion um Pocket-Einbindung in Firefox

Der Open-Source-Aktivist Benjamin Kerensa spricht wohl vielen Benutzern aus der Seele, wenn er die Einbindung des Web-Dienstes Pocket in Firefox als unnötig kritisiert. Ob die Mozilla-Leitung aber darauf eingehen wird, ist noch offen.

Mozilla Foundation

Die unerwartete Version 38.0.5 brachte Anfang Juni drei neue Funktionen in Firefox. Eine davon schuf die Möglichkeit, um Artikel und Videos mittels Pocket zwischenzuspeichern. Pocket ist ein Webdienst, um Artikel und Videos, auf die man im Web gestoßen ist, für später festzuhalten. Voraussetzung dafür ist ein Benutzerkonto in Firefox Accounts. Für Firefox Accounts kann man auf den Webserver von Mozilla zurückgreifen, aber auch einen eigenen Server aufsetzen. Pocket hingegen ist ein proprietärer Dienst.

Ganz neu war die Funktionalität indes nicht, denn sie war zuvor bereits als Erweiterung verfügbar. Warum haben also die Mozilla-Entwickler die Funktionalität der Erweiterung fest in den Browser integriert, obwohl die proprietäre Natur des Pocket-Dienstes vielen Benutzern missfallen dürfte? Diese Frage stellt nun auch Benjamin Kerensa in seinem Blog.

Kerensa ist ein Open-Source-Aktivist, der für Mozilla als »Early Feedback Community Release Manager« arbeitet. Ob es sich dabei um eine bezahlte Tätigkeit handelt, ist unklar. Kerensa ist zudem Organisator von Open-Source-Veranstaltungen, war Ubuntu-Entwickler und zeitweise Mitglied des Ubuntu Membership Board und des Ubuntu Leadership-Teams. Auf die Entwicklung von Firefox dürfte er keinen direkten Einfluss haben.

Kerensa vermutet, dass es finanzielle Gründe gab, dass Mozilla den Pocket-Dienst integrierte. Mozilla-Entwickler, die seinen Artikel kommentierten, bestreiten dies allerdings. Nach der Meinung von Kerensa hätte aber niemand diese Funktionalität wirklich gebraucht, und hier findet er überwiegend Zustimmung. Die Pocket-Erweiterung wurde zwar bereits über 220.000 Mal heruntergeladen, was auf den ersten Blick eine große Nachfrage nach dem Dienst suggeriert. In Wirklichkeit bedeutet es, dass weit weniger als ein Prozent aller Benutzer die Erweiterung benutzen, und für diesen Bruchteil von Benutzern den Firefox-Code aufzublähen, stößt weithin auf Unverständnis. Auf input.mozilla.org und in anderen sozialen Medien scheint fast ausschließlich negatives Feedback zur Pocket-Einbindung einzugehen. Nach Kerensas Meinung hätte Pocket, ebenso wie einiges weitere, eine Erweiterung bleiben sollen. Mozilla mache viel zu wenig Gebrauch von dem eigenen Erweiterungssystem. Es sei zum Beispiel möglich, eine Auswahl von Erweiterungen mit dem Browser-Download auszuliefern, so müsse der Code nicht in Firefox integriert werden und könne unabhängig vom Browser aktualisiert werden.

zusammenfassend fordert Kerensa Mozilla auf, sich endlich auf die Funktionen zu konzentrieren, die die Benutzer wirklich wollen, sowie auf höhere Geschwindigkeit und Stabilität. Electrolysis, ein Projekt zum asynchronen und beschleunigten Darstellen von Webseiten, solle endlich vernünftig zum Laufen gebracht werden, das U2F-JavaScript-API und bessere Langzeitunterstützung seien weitere dringende Punkte. Ob seine Ermahnung bei den Mozilla-Offiziellen auf Gehör stoßen wird, ist offen.

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