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Do, 16. Juli 2015, 08:00

Software::Kernel

ext3-Dateisystemtreiber soll aus Linux entfernt werden

Da ext3-Dateisysteme schon lange vom ext4-Treiber verwaltet werden können, soll der ursprüngliche ext3-Treiber nun aus Linux entfernt werden. Die unkontroverse Änderung ist für Linux 4.3 vorgesehen.

Larry Ewing

Es ist ziemlich selten, dass einmal Treiber aus Linux entfernt werden. Normalerweise ist dann entweder die betroffene Hardware nicht mehr sinnvoll nutzbar oder es steht ein anderer, verbesserter Treiber zur Verfügung. Im Falle des ext3-Dateisystems ist es der ext4-Treiber, der schon lange in der Lage ist, auch mit ext3-Dateisystemen umzugehen. Denn beide haben immer noch gemeinsame Grundstrukturen, so dass man ein ext3-Dateisystem online in ein ext4-Dateisystem konvertieren kann. Doch auch ohne Konvertierung kann man ein ext3-Dateisystem mit dem ext4-Treiber nutzen. Dabei ist keinerlei Änderung am System nötig, auch nicht in /etc/fstab.

Aus diesem Grund hat der aktuelle Betreuer des ext3-Dateisystems, Jan Kara, auf der Linux-Kernel-Mailingliste vorgeschlagen, den ext3-Treiber zu entfernen, und einen entsprechenden Patch vorgestellt. Mehrere andere Entwickler haben sich zustimmend geäußert, und damit kann davon ausgegangen werden, dass die Änderung in Linux 4.3 einfließen wird. Linux 4.2 wird dann die letzte Kernel-Version mit separatem ext3-Treiber sein.

Ted Ts'o schlug zur Unterstützung des Übergangs vor, dass die Kernel-Konfiguration aktualisiert werden sollte, so dass die Auswahl von ext3 automatisch auch ext4 auswählt. So soll verhindert werden, dass Benutzer, die ext3, aber nicht ext4 ausgewählt haben, nach dem nächsten Kernel-Bau ohne funktionierenden Dateisystemtreiber dastehen.

Ext3 ist ein Journaling-Dateisystem, das während der Lebensdauer von Linux 2.4 in den Jahren 2000 und 2001 entwickelt wurde und in Linux 2.4.15 erstmals als stabile Version vorlag. Der große Vorteil von ext3 gegenüber den bereits vorhandenen ReiserFS, XFS oder JFS war, dass es kompatibel mit dem ext2-Dateisystem war. Man musste eine bestehende ext2-Partition nicht neu formatieren, um sie in ext3 zu konvertieren. Mit dem Aufkommen von Festplatten im Terabyte-Bereich zeigten sich aber die Grenzen von ext3: Das Anlegen von Dateisystem war recht langsam, was noch verschmerzbar war, aber ein Dateisystemcheck dauerte unakzeptabel lange. So gab es bereits 2006 Diskussionen um einen Nachfolger, der wiederum weitgehend kompatibel bleiben sollte. Ted Ts'o machte schließlich Mitte 2006 konkrete Vorschläge und begann die Entwicklung von ext4. Erst nach zweieinhalb Jahren mit Linux 2.6.28 war die Entwicklung so weit abgeschlossen, dass ext4 für stabil erklärt werden konnte. Seither hat ext4 noch zahlreiche Optimierungen und Verbesserungen erfahren. Erst kürzlich wurde eine optionale Dateiverschlüsselung eingebaut.

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