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Do, 16. Juli 2015, 12:29

Gemeinschaft

Canonical macht Markenrichtlinien GPL-konform

Nach langen Verhandlungen mit der Free Software Foundation und der Software Freedom Conservancy hat Canonical seine Markenrichtlinien so angepasst, dass sie nun GPL-konform sind. Diverse Ungereimtheiten verbleiben allerdings, zu deren Behebung Canonical aufgefordert wird.

ubuntu.com

Die Markenrichtlinien von Canonical waren schon seit langer Zeit umstritten. Sie fordern im Wesentlichen, dass Produkte, die die Marken und Designs von Ubuntu verwenden wollen, von Canonical genehmigt werden müssen. Ubuntu als Ganzes wurde allerdings von Canonical unter die GPL gestellt. Viele Beobachter sahen in der bisherigen Formulierung der Richtlinien einen möglichen Konflikt mit der GPL. Unter anderem gehörte Kubuntu-Entwickler Jonathan Riddell zu denjenigen, die eine Änderung der Markenrichtlinien forderten. Riddell übertrieb es dabei allerdings an Aggressivität, wofür er erst kürzlich zum Rücktritt aus dem Kubuntu Council gezwungen wurde.

Doch während der letzten zwei Jahre stand Canonical bereits in Verhandlungen mit der Free Software Foundation und der Software Freedom Conservancy über eine Änderung der Richtlinien. Das jetzt erzielte Ergebnis ist minimal. Wie die Canonical-Geschäftsführerin Jane Silber erläuterte, besteht die Änderung aus einem zusätzlichen Absatz, der besagt, dass die Markenrichtlinie keine der Rechte einschränkt, die von einem der Bestandteile von Ubuntu gewährt werden. Silber bekräftigte, dass Canonical ein starker Befürworter der GPL sei und deshalb diese Lizenz auch bevorzugt für alle seine Produkte wählte.

Die FSF kommentiert die Änderung mit Befriedigung, stellt aber auch fest, dass die Richtlinien weiterhin problematisch und daher nicht als Vorbild für andere zu empfehlen seien. So verbieten die Richtlinien zum Beispiel, Binärpakete von Ubuntu weiterzugeben. Für GPL-lizenzierte Pakete ist diese Forderung nach der neuen Klausel nun unwirksam, doch für Pakete unter anderen Lizenzen, die nicht explizit die Weitergabe von Binärpaketen erlauben, greift die Klausel nach wie vor. Für die FSF ist dies ein klarer Beweis, dass eine Copyleft-Lizenz meistens die bessere Wahl für ein Paket ist als eine permissive Lizenz. Sie hat außerdem noch weitere Kritikpunkte an den Richtlinien. Sie fordert daher von Canonical, bezüglich der Patente eine klare Aussage zu machen, dass Patente nur zur Verteidigung verwendet werden. Außerdem sollte Canonical klarere Aussagen machen, unter welchen Bedingungen die Ubuntu-Marken entfernt werden müssen.

Ähnliches ließ die Software Freedom Conservancy verlauten. Die jetzige Lösung sei alles andere als optimal. Die Richtlinien lassen zuviele Unklarheiten. Mögliche Änderungen wurden bereits vorgeschlagen, und Canonical sei nun gefordert, diese umzusetzen.

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