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Mo, 27. Juli 2015, 16:08

Software::Android

Shashlik: Android-Anwendungen auf Linux-Desktops

Das neue Projekt Shashlik will eine Emulationsschicht schaffen, mit der Android-Apps auf Linux-Desktops laufen. Anders als bereits vorhandene Android-Simulatoren, die im Wesentlichen virtuelle Maschinen sind, soll Shashlik die von den Apps benötigte Umgebung auf Linux-Desktopsysteme abbilden.

Shashlik-Projekt

Das äußerst erfolgreiche Android ist zwar ein Linux-System, es unterscheidet sich jedoch erheblich von den Systemen, die auf Servern und Desktops eingesetzt werden. Das beginnt bereits beim Linux-Kernel, der mit geänderten Einstellungen, zusätzlichen Treibern und anderen Erweiterungen ausgestattet ist. Es setzt sich fort mit der C-Bibliothek, die von Google neu entwickelt wurde, dem Display-Server, der Java-VM und vielem mehr.

Eine für Android geschriebene Anwendung kann daher, selbst wenn sie für die richtige Architektur gebaut wurde, nicht auf anderen Linux-Systemen ausgeführt werden, da zahlreiche Bibliotheken und andere Komponenten fehlen. Es gibt offenbar bereits proprietäre Lösungen, die die Lücke schließen, oder man kann die Anwendung in einer virtuellen Maschine ausführen, beispielsweise in der im Software Developer Kit (SDK) enthaltenen.

Shashlik, erstmals vorgestellt in einem Vortrag auf der gerade laufenden KDE-Konferenz Akademy, geht den Weg der Emulation, indem es Android-Komponenten an Linux-Desktop-Systeme anpasst. Es strebt danach, so wenig Anpassungen wie möglich vorzunehmen. Das Vorgehen erinnert etwas an Wine, nur dass sowohl Ausgangs- als auch Zielsystem freie Software sind, was die Arbeit gegenüber Wine wesentlich erleichtert. Zugleich mit dem Vortrag wurde auch die erste öffentliche Version on Shashlik freigegeben. Die Software hat bereits einen Stand erreicht, mit dem diverse Android-Anwendungen unter einem normalen Plasma-Desktop laufen.

Wer dies testen will, wird aber wohl Shashlik selbst aus dem Quellcode compilieren müssen. Der Code ist unter github.com/shashlik zu finden und enthält eine Reihe von Unter-Repositorien und Dokumentation. Um mehr Apps zum Laufen zu bringen, wird wohl noch einige Zeit vergehen und die Arbeit wird nach Einschätzung der Entwickler nie ganz abgeschlossen sein. Wie bei allen jungen Projekten wird es in den nächsten Wochen und Monaten aber wahrscheinlich rapide Fortschritte geben.

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