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Mi, 12. August 2015, 10:28

Software::Multimedia

Thor: Cisco schwingt den Hammer gegen H.265

Cisco hat den selbst entwickelten Video-Codec Thor vorgestellt, der als freie und offene Alternative zu dem patentbelasteten H.265 dienen soll. Hintergrund ist das Auftauchen eines zweiten Firmenkonsortiums, das Lizenzen für Softwarepatente auf H.265 abkassieren will.

Cisco

Cisco hatte überhaupt kein Problem mit proprietären Codecs, auf die zahlreiche Unternehmen, vor allem in den USA, Patentansprüche erhoben, solange Cisco selbst davon profitierte. So ist Cisco Mitglied in der MPEG LA, die Lizenzen für H.264 und H.265 kassierte. Doch seit wenigen Wochen gibt es einen neuen Patentpool namens HEVC Advance, der unabhängig von der MPEG LA weitere Lizenzgebühren verlangen will. Dem neuen Pool gehören vermutlich bisher General Electric, Dolby, Mitsubishi Electric, Philips und Technicolor an.

Nun haben Teile von Cisco bemerkt, dass Softwarepatente eine sehr schlechte Idee sind, denn die geforderten Gebühren von HEVC Advance sind erheblich. In der Folge wurde sehr schnell das Projekt Thor aus der Taufe gehoben, das Cisco jetzt offiziell ankündigt. Thor soll ein von Grund auf neuer Video-Codec werden, der keine bestehenden Patente berührt, freie Software ist und ohne Lizenzgebühren universell genutzt werden kann. Denn, so Cisco, die Welt benötigt einen Codec der nächsten Generation, der überall eingesetzt werden kann, auch in freier oder kostenlos verteilter Software. Dass Cisco den offenen und lizenzfreien Codec VP9 von Google als proprietär bezeichnete, bedurfte einiger Erklärung. Gemeint war offenbar, dass VP9 bisher ohne explizite Beteiligung der Gemeinschaft entwickelt und nicht zur Standardisierung vorgelegt wurde.

Intern hat Cisco möglicherweise bereits einige Monate an Thor gearbeitet. So hat Cisco mehrere Video-Codec-Experten, darunter Gisle Bjøntegaard und Arild Fuldseth, sowie mehrere Patentanwälte eingestellt. Die Juristen sollen die vorhandenen Patente sichten und sicherstellen, dass der Code um die Patentansprüche herumarbeitet. Thor ist als Projekt auf Github zu finden und steht unter der MIT-Lizenz. Die Gemeinschaft ist zur Mitarbeit eingeladen und es findet anscheinend bereits ein Austausch von Ideen und Code zwischen Daala und Thor statt. Das berichtet Christopher »Monty« Montgomery von der Xiph.org Foundation.

Thor wird von Cisco bereits jetzt als Standard der nächsten Generation propagiert und wurde nach Angaben des Unternehmens bereits der NetVC-Arbeitsgruppe der Internet Engineering Task Force (IETF) vorgelegt. In dieser Gruppe wirkt auch Mozilla mit, bisher mit dem Ziel, Daala zu standardisieren.

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