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Do, 20. August 2015, 10:06

Gemeinschaft::Personen

Linus Torvalds bei der LinuxCon befragt

Als Überraschungsgast erschien auf der gerade zu Ende gegangenen LinuxCon niemand Geringerer als Linus Torvalds. Jim Zemlin von der Linux Foundation befragte Torvalds über seine Meinung zum Container-Hype und zu Linux in zehn Jahren.

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Linux Foundation

Linus Torvalds, Initiator des Linux-Kernels

Zemlin startete die Frage-und-Antwort-Runde mit einem Zitat aus einem kürzlich erschienenen Artikel über Torvalds, in dem die Autorin schreibt, Torvalds könne durchaus als die stärkste einzelne wirtschaftliche Kraft der letzten 20 Jahre bezeichnet werden, um dann fortzufahren: »Torvalds hat die Fließbänder der modernen Wirtschaft in der gleichen Weise neu bestückt wie Henry Ford das 100 Jahre vor ihm tat«. Für jemanden, dem man mit Recht nachsagen kann, er habe auf die moderne Technologie mehr Einfluss gehabt als Bill Gates, Steve Jobs oder Larry Ellison, bleibt Torvalds sehr bescheiden, wenn er sagt, er glaube nicht, dass er so viel Macht habe, aber es sei nett, all die Lorbeeren für Open Source zu bekommen.

Auf die Frage, was er von der ganzen Aufregung um Container halte, wenn sich sogar die LinuxCon teilweise wie DockerCon anfühlte, antwortete Torvalds, er sei froh, dass der Kernel aus der ganzen Aufregung um Container und andere Buzzwords herausgehalten werde. Er sei froh, so vertieft in den Kernel zu sein, dass er von diesen Dingen wenig mitbekomme.

Auf die Frage von Zemlin, was er von Forderungen nach einem kleineren Kernel für das Internet der Dinge halt, sagte Torvalds, jeder wolle einen schmalen Kernel, aber Dinge wachsen nun einmal und er halte es für unrealistisch, das jemals wieder die Kernelgröße von vor 20 Jahren erreicht werde. Es sei schockierend, dass das alles einmal in ein Megabyte gepasst habe.

Die nächste Frage riss das Thema Sicherheit an. Torvalds merkte an, er hadere oft mit der Security-Gemeinde. Sie sehen nach seiner Meinung Technologie zu sehr schwarz-weiß. Wenn es nicht die Sicherheit betreffe, interessiere es sie nicht. Die bisherigen Bugs im Kernel, die die Sicherheit beträfen, seien nicht allzu schwerwiegend gewesen und die meisten seien richtig dumm gewesen. Dann kommt halt ein schlauer Kerl daher und nutzt das aus, so Torvalds. Im Endeffekt werde man Fehler nie ganz loswerden, von daher werde es nie eine perfekte Sicherheit geben. Jedoch gehe man mit Code sehr sorgfältig um, besonders wenn es den Userspace betreffe. Open Source schlägt sich recht gut in Sachen Sicherheit, so der Linux-Erfinder. Wer jedoch glaube, man werde jemals perfekte Sicherheit erreichen, sei töricht.

Gefragt, wo er Linux in zehn Jahren sehe, antwortet Torvalds, er sei in dieser Hinsicht schwerfällig, ein Fußgänger. Er schaue sechs Monate voraus, nicht zehn Jahre, das halte er für Wahnsinn. Klar würden Unternehmen, die Linux und Open Source einsetzen, zehn Jahre im Voraus planen, er konzentriere sich aber auf die kommende Version und die danach.

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