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Sa, 22. August 2015, 10:24

Software::Browser

Mozilla plant Kompatibilitätsbruch bei Firefox-Erweiterungen

Eine Ankündigung von Mozilla, der zufolge Firefox-Erweiterungen in einem Jahr nur noch funktionieren sollen, wenn sie die neue WebExtensions-Schnittstelle verwenden, sorgt für große Unruhe in der Gemeinschaft. Einige Entwickler haben bereits jetzt ihre Erweiterungen in den »nicht mehr unterstützt«-Modus versetzt.

Mozilla Foundation

Vor sechs Wochen hatte Mozilla massive Änderungen an Firefox angekündigt. Zwar war zu diesem Zeitpunkt noch nichts beschlossen, doch neben Änderungen bezüglich der Art und Weise, wie Firefox erstellt wird, wollte Mozilla auch einen Plan entwickeln, von XUL für die Oberfläche abzurücken und stattdessen direkt auf HTML, JavaScript und CSS aufzubauen.

Jetzt hat Kev Needham konkrete Änderungen angekündigt, die massive Auswirkungen auf das zukünftige Erstellen von Addons haben werden. Sollten diese in Kraft treten, wirde keine der heute verfügbaren tausenden von Erweiterungen mehr funktionieren, es sei denn, die Entwickler portieren sie auf die WebExtensions-Schnittstelle. Für viele Erweiterungen ist diese Schnittstelle aber nicht ausreichend, zumindest momentan noch nicht.

Erweiterungen in der bisherigen Form waren grundlegend für den Erfolg von Firefox und seine größte Stärke. Im Grunde bestehen keinerlei Einschränkungen, was Erweiterungen machen dürfen. Genau das ist aber auch ein Problem, da solche Erweiterungen auch Nachteile für die Benutzer wie Spyware, Werbung und bisweilen auch Instabilität mit sich bringen können. Mozilla versucht die Benutzer bestmöglich davor zu schützen, indem es die hochgeladenen Erweiterungen einem Review unterzieht, das allerdings zeitaufwendig ist.

Die Lösung ist laut Mozilla, alle Erweiterungen zum Umstieg auf die neue WebExtensions-Schnittstelle zu zwingen. Diese Schnittstelle wird auch von Chrome und Opera verwendet und bringt somit den Vorteil für die Entwickler von Erweiterungen, dass ihre Produkte Browser-übergreifend werden.

Die WebExtensions-Schnittstelle ist zudem bereits an kommende Versionen von Firefox angepasst, die als Sammlung von separaten Prozessen laufen und damit mehr Sicherheit und Geschwindigkeit bieten. Bestehende Erweiterungen würden, wenn sie überhaupt laufen, möglicherweise nicht mehr korrekt funktionieren oder den Browser zum Absturz bringen.

Beginnend mit Firefox 41 fordert Mozilla zudem, dass alle Erweiterungen von Mozilla validiert und signiert sein müssen. Auch diese Änderung war höchst umstritten und wird zum Verlust zahlreicher Erweiterungen führen, sobald sie in Kraft tritt.

Erweiterungen in der bisherigen Form sollen in Firefox noch maximal 12-18 Monate lang funktionieren. Die Ankündigung hat unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung bereits hohe Wellen geschlagen. Auf der einen Seite gibt es Verständnis für die Entscheidung, WebExtensions einzuführen, da diese Schnittstelle einige Vorteile bringt. Für die Entwickler bedeutet sie eine Browser-übergreifende Entwicklung, für die Anwender mehr Sicherheit und Geschwindigkeit. Mike Kaply, Betreuer der Unternehmensversion von Firefox, bringt jedoch einige Bedenken auf den Punkt, indem er bezweifelt, dass die Entwickler ihrer Erweiterungen auf die neue Schnittstelle portieren werden. Die meisten hätten die Erweiterungen als Hobby geschrieben, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Nun erfahren sie, dass die Erweiterungen in 18 Monaten nicht mehr funktionieren werden. Die Portierung auf die neue Schnittstelle erfordert viel Zeit und Energie, bei vielen Entwicklern werde es schon an der Zeit scheitern. Zudem wird die neue Schnittstelle viel weniger Funktionalität bieten, so dass nützliche Erweiterungen wie Keyword Search oder CCK2 nicht portierbar sind. Auch Tree Style Tab, NoScript, Vimperator/Pentadactyl, Tab Mix Plus, FireGestures und Classic Theme Restorer wären betroffen.

Entwickler wie Chris Finke vollzogen bereits den radikalen Schritt, alle ihre Erweiterungen aufzugeben. Finke merkt dazu bitter an, er hoffe, dass die Entwicklung hin zu einem schnelleren und schlankeren Firefox den Verlust tausender Addons kompensieren könne.

Auf die zahlreichen Bedenken hat nun Bill McCloskey, der für die Entwickler der kommenden Firefox-Generation spricht, geantwortet und verspricht eine Zusammenarbeit mit den Erweiterungsentwicklern. Das Team habe viele Ideen, um bestehende Erweiterungen weiter zu unterstützen oder portierbar zu machen. Der Zugriff auf XUL habe zu vielen Innovationen geführt, und um das zu erhalten, könnte es auch in Zukunft einen Zugriff auf XUL geben. McCloskey will allerdings nicht, dass dieser Zugriff generell genutzt wird. Denn er würde unter anderem die Motivation verringern, Erweiterungen auf WebExtensions zu portieren.

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Kommentare (Insgesamt: 46 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Firefox schafft es immer erfolgreicher... (Bätmän, Do, 27. August 2015)
Re: Firefox schafft es immer erfolgreicher... (André Ramnitz, Mi, 26. August 2015)
Re[3]: XUL nur für bestehende Addons (Felix Schwarz, Di, 25. August 2015)
Re[2]: XUL nur für bestehende Addons (Michael Stehmann, Di, 25. August 2015)
Re[3]: Firefox schafft es immer erfolgreicher... (Robien, Mo, 24. August 2015)
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