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Di, 15. September 2015, 10:06

Hardware::Systeme

Dell verkauft in China über 40 Prozent seiner PCs mit Linux

China tut sich schwer damit, eine nationale Distribution zu etablieren. Dank der Zusammenarbeit mit Computerhersteller Dell könnte sich das Blatt für NeoKylin wenden.

Betriebssystemstatistik China

Statcounter

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Stimmen die Aussagen, die die South China Morning Post (SCMP) unter Berufung auf einen Bericht des Wall Street Journal weitergibt, dann werden derzeit 42 Prozent aller in China verkauften Dell-PCs mit der landeseigenen Distribution NeoKylin verkauft. Die von der chinesischen National University of Defence Technology im Auftrag des Militärs entwickelte Distribution basiert auf Kylin. Ubuntu Kylin wurde im Rahmen eines Fünfjahresplans als das chinesische Referenzbetriebssystem erkoren. Kylin war ursprünglich ab 2001 auf der Basis von FreeBSD entwickelt worden, wechselte aber 2010 auf Linux. Der derzeit schnellste Supercomputer Tianhe-2 läuft ebenfalls mit Kylin.

NeoKylin wird seit 2010 mit Kylin als Unterbau entwickelt und ist für den Einsatz auf den Rechnern der Regierung, des Verteidigungsministeriums und der Wirtschaft speziell gehärtet worden. Von einer staatseigenen Distribution versprechen sich die Regierenden in Peking einerseits, die noch immer marktdominierenden Produkte von Microsoft zurückzudrängen als auch eine bessere Position bei der Cyberwarfare zu haben, indem die Chinesische Mauer auch virtuell nach außen gegen Abhöraktioinen besser abschottet.

Das scheint Dell nun nach dem Ende von Windows XP in klingende Münze umsetzen zu können, wobei gleichzeitig Linux einer weitere Verbreitung im Land des Lächelns findet. Dabei geht Dell Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen wie Kingsoft und NeoKylin-Co-Entwickler China Electronics Corp. ein und gab letzte Woche Pläne für große Investitionen bekannt. Die von der SCMP kolportierte Zahl von 125 Milliarden US-Dollar klingt dabei allerdings gewaltig. Wie viele PCs Dell in China absetzt, wurde nicht bekannt. Somit ist die Zahl von 42 Prozent nicht in Einheiten umsetzbar. Klar ist jedoch, dass im Reich der Mitte hier eine große Zahl dahinterstehen kann.

Im letzten Jahr war das chinesische Unternehmen Red Flag Linux in Konkurs gegangen, nachdem es seit 1999 versucht hatte, Windows vom chinesischen Markt zu verdrängen. Im Jahr 2006 soll Red Flag 80 Prozent des chinesischen Linux-Markts ausgemacht haben. Auch hierzu fehlen konkrete Zahlen. Laut den Erhebungen von Statcounter liegt Linux in China derzeit bei 1,86 Prozent Marktanteil. Auch für Android wird derzeit in China eine Alternative unter der Bezeichnung COS entwickelt.

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