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Di, 13. Oktober 2015, 11:23

Gesellschaft::Politik/Recht

Apuliens Hauptstadt Bari wechselt zu LibreOffice und ODF

Die Migration der Rechner der Verwaltung der süditalienischen Großstadt Bari zu LibreOffice und ODF als Projekt der Digitalen Agenda wird zum Jahresende zu 75 Prozent abgeschlossen sein.

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Die Küstenstadt mit rund 330.000 Einwohnern begann im September 2014 mit der Umstellung, wie Joinup berichtet. Die Mailänder LibreOffice-Spezialistin Marina Latini, die die rund 2.000 Angestellten der Stadt schulte, legt Wert auf die Feststellung, das Veränderungsmanagement sei der Knackpunkt einer solchen Umstellung. Einer der wichtigsten Punkte hierbei, so Latini auf der LibreOffice-Konferenz (PDF) in Aarhus im September, sei es, den Menschen, die an den Rechnern arbeiten, die Angst zu nehmen. Jede Umstellung erzeuge Widerstand, da die Angestellten die ihnen vertrauten Werkzeuge zur Bewältigung ihrer Arbeit behalten wollen. Kommunikation sei immens wichtig, um die Menschen von Anfang an einzubinden.

In Bari sorgte man dafür, dass die Unterstützung der Anwender durch das Helpdesk-Personal gewährleistet ist. Zusätzlich wurden 20 Trainer ausgebildet, die direkt mit den Angestellten nach Funktionen in den Menüs suchen und veränderte Abläufe erläutern können. Eine weitere Schwierigkeit ist laut Latini die Einbindung von Werkzeugen von dritter Seite. Hier sei oft die Integration für offene Standards nicht gegeben und somit entstünden Interoperabilitätsprobleme. Beim Kontakt mit den Herstellern solcher Lösungen stellt Latini immer wieder fest, dass man dort nicht mit offenen Standards vertraut ist, sondern noch auf proprietäre Lösungen wie etwa RTF setzt.

Im September letzten Jahres begann die Umstellung von zunächst 100 Arbeitsplätzen in verschiedenen Bereichen der Verwaltung. Vorbild und Ansporn hierbei war der Erfolg des Projekts LibreUmbria, das ab 2012 die öffentliche Verwaltung und das Schulsystem der Region Umbrien auf LibreOffice umstellte. Einer der Hauptgründe für die Migration ist die Erkenntnis, dass nur mit offenen Standards die Verfügbarkeit von Dokumenten und Zugang zu deren Inhalten auf lange Sicht sichergestellt werden kann. Hinzu kommt im Fall von Bari eine erwartete Ersparnis von 75.000 Euro über die nächsten fünf Jahre.

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