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Mi, 14. Oktober 2015, 11:58

Gesellschaft::Politik/Recht

PDF Readers-Kampagne der FSFE nach sechs Jahren beendet

Im Jahr 2009 hatte die FSFE eine Kampagne gestartet, um Werbung für proprietäre PDF-Reader von den Webseiten öffentlicher Einrichtungen zu entfernen.

FSFE

Die nun beendete PDFreaders-Kampagne wird von der FSFE als eine der erfolgreichsten Kampagnen in ihrer Geschichte bezeichnet. Zu Beginn der Aktion wurden von den Fellows der FSFE weltweit 2104 Fälle von direkter Werbung für proprietäre PDF-Reader durch öffentliche Stellen aufgelistet. Seitdem kontaktierten die Aktivisten für freie Software die entsprechenden Institutionen und Regierungsstellen, erklärten die Situation und baten um Entfernung der Empfehlungen oder die Ergänzung mit freien PDF-Readern.

Zum jetzigen Abschluss der Aktion war die FSFE bei 53 Prozent der kontaktierten Webseitenbetreiber erfolgreich. Von den 2104 anfangs festgestellten »Bugs« konnte die Überarbeitung von 1125 Webseiten erreicht werden. Dabei wurden die Verweise auf proprietäre PDF-Betrachtern entfernt oder solche zu freien PDF-Betrachtern hinzugefügt.

Zeitgleich wurden Unterschriften für eine Petition gesammelt, die generell die Entfernung von Werbung für unfreie Software auf den Webseiten öffentlicher Einrichtungen fordert. Insgesamt 90 Organisationen, 63 Unternehmen und 2731 Personen haben diese Petition unterzeichnet. Zudem konnten national wie international öffentliche Stellen zu Stellungnahmen bewegt werden.

In Deutschland stellten Bündnis 90/DIE GRÜNEN anlässlich des Document Freedom Day 2012 eine Kleine Anfrage zur Werbung für den Adobe Reader. Zudem konnte die Bundesregierung überzeugt werden, einen entsprechenden Textbaustein der FSFE für ihren Migrationsleitfaden zu empfehlen. Auf internationaler Ebene hat die Europäische Kommission beim Europäischen Parlament angefragt, was die Gründe dafür sind, spezielle Software zu bewerben und welche Schritte nötig wären, dieses Problem zu beheben. Eine 2011 gestellte Anfrage der FSFE an Google mit der Bitte um Freigabe ihres in Chrome integrierten PDF-Readers »pdfium« hat vermutlich auch mit dazu beigetragen, dass das Unternehmen den Quelltext 2014 freigab.

Auch wenn die Kampagne offiziell beendet ist, macht es weiterhin Sinn, die Betreiber von Webseiten von Institutionen und Regierungsstellen, die proprietäre Reader bewerben, aufzuklären und um eine Abänderung zu bitten. Dazu steht immer noch die Briefvorlage der FSFE zur Verfügung. Individuelle Anschreiben sollten in jedem Fall auf die Liste der freien PDF-Betrachter hinweisen.

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