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Fr, 16. Oktober 2015, 10:17

Gesellschaft::Wissenschaft

NASA gibt Bildverarbeitungssystem VICAR frei

Die NASA hat VICAR, ihr seit 1966 für die Planetenmissionen entwickeltes Bildverarbeitungssystem, in großen Teilen freigegeben. VICAR wird heute weit über den ursprünglichen Anwendungsbereich hinaus eingesetzt, überwiegend von Universitäten und Forschungseinrichtungen in den USA und Europa.

Mirko Lindner

VICAR (Video Image Communication And Retrieval, ist laut NASA ein Bildverarbeitungssystem für alle Zwecke, das seit 1966 aber vorwiegend zur Verarbeitung der Daten aus den Planetenmissionen des JPL entwickelt wurde. Das System besteht mittlerweile aus über 350 einzelnen Programmen und Bibliotheken, von Kommandozeilenprogrammen über Shells bis zu grafischen Oberflächen. Die ersten Programme wurden ursprünglich in FORTRAN geschrieben und dürften teilweise immer noch in dieser Sprache vorliegen. Einige Bibliotheken sind jetzt auch in C/C++- und Java-Varianten vorhanden, und neuere Programme wurden gleich in C++ oder Java implementiert.

Die Software besitzt ihr eigenes Dateiformat, verfügt aber über Konverter von und zu den wichtigsten anderen wissenschaftlichen Bildformaten wie PDS, ISIS und FITS. Sie besteht aus zahlreichen Komponenten, darunter Bibliotheken, der Laufzeitumgebung, FEI/dbView, grafische Oberflächen, MIPL Data Management System, Mosaiken, Echtzeitverarbeitung, wissenschaftliche Verarbeitung, wissenschaftliche Visualisierung, Shell/Vicar, systematische Verarbeitung und Science Uplink.

VICAR wird mittlerweile weit über den ursprünglichen Anwendungsbereich hinaus eingesetzt, unter anderem in der Biomedizin, Kartografie, Geowissenschaften, Astronomie und Geologie. Die Nutzung beschränkt sich weitgehend auf die Wissenschaftsgemeinde mit Universitäten und Forschungseinrichtungen in den USA und Europa.

Die NASA hat jetzt die Kernanwendungen von VICAR mit fast 350 Komponenten freigegeben. Enthalten sind eine Shell zum Parsen der Kommandozeilen und die Umgebung TAE, die Ein/Ausgabebibliothek für VICAR-Bilder, Konvertierung von und zu den wichtigsten anderen wissenschaftlichen Bildformaten, das Programm xvd zum Ansehen von Bildern und IBIS, ein umfassendes bildbasiertes Informationssystem.

Der gesamte Quellcode von VICAR Core ist auf Github verfügbar. Er steht außerdem als Tar-Archiv auf der VICAR-Seite zur Verfügung. Einige der zahlreichen Abhängigkeiten von VICAR lassen sich gegebenenfalls mit zusätzlichen Tar-Archiven auflösen, die ebenfalls zum Download bereitstehen. Eine Anleitung zum Generieren des Systems steht als PDF-Datei zur Verfügung. Zu VICAR gibt es außerdem umfangreiche Dokumentation für das Dateiformat, die einzelnen Programme, Portierung und Entwicklung.

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