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Di, 27. Oktober 2015, 14:19

Gesellschaft::Politik/Recht

LLVM erwägt Lizenzänderung

Das LLVM-Projekt sieht Schwierigkeiten mit seiner derzeitigen Lizenz. Unter anderem hält die Lizenz einige Unternehmen davon ab, ihre Entwicklungen zu LLVM beizutragen. Die Projektleitung hat daher eine Diskussion über eine neue Lizenz angestoßen. Bevorzugen würde sie einen Wechsel zur Apache 2.0-Lizenz.

llvm.org

In einer langen und ausführlichen E-Mail hat LLVM-Projektleiter Chris Lattner die Probleme mit der aktuellen Lizenz und mögliche Lösungen dargelegt. LLVM steht unter einer eigenwilligen Lizenz, der University of Illinois/NCSA Open Source License. Teile wurden außerdem unter der MIT-Lizenz relizenziert. Beide Lizenzen entsprechen in ihrem Geist den BSD-Lizenzen und unterscheiden sich nur in Details.

Trotz der Einfachheit der Lizenz gibt es laut Lattner drei Probleme damit. Erstens sei die Klausel, die Patente betrifft, unklar und führe bei einigen Unternehmen zu Zweifeln, ob sie mehr Patente freigeben müssten, als beabsichtigt. Das halte diverse Unternehmen davon ab, ihren bereits entwickelten Code zum Projekt beizutragen. Zweitens unterscheidet sich die Lizenz des Compilers (nur die UIUC-Lizenz) von der der Laufzeitbibliothek (UIUC und MIT). Dadurch sei es schwer, Code des Compilers in die Laufzeitbibliothek zu überführen. Drittens seien auch die Ausführungen zu Patenten in der Entwicklerrichtlinie unklar. Außerdem könnten sie wahrscheinlich nicht den Schutz bieten, den sie beabsichtigten, und damit ebenfalls Beiträge zu LLVM verhindern.

Der LLVM-Vorstand hat sich laut Lattner bereits intensiv mit Lösungsmöglichkeiten auseinandergesetzt. Latter beschreibt die verschiedenen untersuchten Denkrichtungen ausführlich. Eine dieser Optionen ist, die Apache 2.0-Lizenz als neue Lizenz für das Projekt zu wählen. Diese Option wird vom Vorstand einhellig als die beste angesehen und empfohlen. Beschlossen ist aber noch nichts, mit seiner E-Mail will Lattner lediglich die Problematik vorstellen und die Diskussion unter den Entwicklern in Gang bringen. Die bisherige Diskussion zeigt, dass längst nicht alle Entwickler von dem Vorschlag begeistert sind. Die Apache-Lizenz sei wesentlich komplizierter als die bisherige und mit weniger anderen Lizenzen kompatibel, meinen einige Diskussionsteilnehmer. Insbesondere bekämen Projekte Probleme, die die GPLv2 verwenden und LLVM einbinden. Die Vorteile des Wechsels seien dagegen unbedeutend.

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