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Do, 29. Oktober 2015, 14:06

Gesellschaft::Politik/Recht

GPL-Streit mit VMware geht vor Gericht

Der von Kernel-Entwickler Christoph Hellwig angestrengte Rechtsstreit mit VMware wird wohl vor Gericht ausgetragen. VMware bestreitet den Vorwurf der GPL-Verletzung weiterhin und will deshalb nicht einlenken.

Vergleich der technischen Architektur des Linux- und VMware-Kernels

sfconservancy.org

Vergleich der technischen Architektur des Linux- und VMware-Kernels

Das geht aus einem Status-Update hervor, das die Software Freedom Conservancy (SFC) veröffentlicht hat. Gut ein halbes Jahr ist es nun her, dass Kernel-Entwickler Christoph Hellwig beim Landgericht Hamburg eine Klage gegen VMWare wegen Verletzung der GPL eingereicht hat. Unterstützt wird er dabei von der Software Freedom Conservancy. Vertreten wird er von dem in Open-Source-Fragen kompetenten Rechtsanwalt Till Jaeger.

Die Conservancy, die nach eigenen Angaben schon seit 2012 mit VMWare verhandelt, hat genaue Angaben zu der vermuteten GPL-Verletzung in einem FAQ gemacht. Der Hypervisor vSphere ESXi 5.5.0 beruht auf einer proprietären Komponente namens »vmkernel«, deren Code direkt vom Linux-Kernel abgeleitet sein soll. Damit müsste diese Komponente aber, selbst wenn sie massive Änderungen gegenüber Linux enthält, unter der GPLv2 veröffentlicht werden. Gleiches gilt für einige der Treiber-Subsysteme, die VMWare mitliefert, insbesondere SCSI-, USB- und Netzwerktreiber.

VMware bestreitet nach Angaben der Conservancy weiterhin, dass eine GPL-Verletzung vorliegt, und verlangt die Einstellung des Verfahrens. Hellwig hat eine Antwort auf die Einlassung an das Gericht übermittelt. Die genauen Inhalte der Schreiben sind aber auf Wunsch von VMWare nicht öffentlich. Daher liegt auch der Software Freedom Conservancy nur eine Zusammenfassung der Dokumente vor. Demnach verteidigt sich VMWare zweigleisig. Zum einen bestreitet das Unternehmen, dass Hellwig das Recht habe, überhaupt ein Verfahren anzustrengen. Zum anderen ist laut VMware die beanstandete Komponente lediglich ein Interoperabilitätsmodul, das über eine stabile Schnittstelle namens VMK API kommuniziere.

Hellwigs Antwort bekräftigt seine Kernel-Beiträge, die ihm ein Copyright sichern, und weist die Bezeichnung »Interoperabilitätsmodul« zurück. Tatsächlich sei vmklinux an eine spezifische Version von ESXi gebunden und erlaube es nicht, Linux-Treiber unmodifiziert zu verwenden. Damit diene es nicht der Interoperabilität. Außerdem sei VMK API keine Schnittstelle nach der EU-Direktive 2009/24/EC, sondern vmklinux ist Bestandteil des VMWare-Kernels. Wenn VMWare damit durchkäme, könnte jeder Hersteller die Copyleft-Bestimmungen der GPL unterlaufen.

Die Conservancy hat zusätzlich ein Git-Repositorium mit dem öffentlich verfügbaren VMware-Code bereitgestellt. Damit kann im Prinzip jeder verifizieren, welche Relation zu Linux besteht, und ob die Code-Veröffentlichungen von VMWare unvollständig sind, wie von der Conservancy behauptet.

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