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Mo, 2. November 2015, 11:11

Software::Kernel

Kdbus aus Linux-Next und Fedora zurückgezogen

Wie das Fedora-Projekt auf einer Mailingliste mitteilt, wird der Kdbus-Treiber aus dem Kernel von Rawhide, der Entwicklerversion von Fedora, entfernt. Ende August hatten die Systemd-Entwickler die Kdbus-Unterstützung in Rawhide eingebracht, um eine breitere Testbasis zu erreichen.

Die Entfernung des Treibermoduls geschah, wie dem Eintrag von Fedora-Kernel-Entwickler Josh Boyer auf der Liste zu entnehmen ist, auf Wunsch der Entwickler, die ihren Ansatz zur Implementierung von D-Bus im Kernel in Teilen neu überdenken wollen. Mit dem Erscheinen von Systemd 221 im Juni hatten die Entwickler Tests von Kdbus im User-Space in den Distributionen angeregt. Mit der jetzigen Entfernung aus Fedora wird die Implementierung von Kdbus in eine der nächsten Kernel-Versionen unwahrscheinlich. Der Patch wurde daher zeitgleich auch aus linux-next zurückgezogen. Bisher gab es weder von den Systemd-Entwicklern noch von Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman (GKH), der die Implementierung in den Kernel vorantrieb, nähere Informationen dazu, warum Kdbus wieder zurück aufs Reißbrett soll.

Im April legte GKH Kdbus nach über zwei Jahren Entwicklungszeit seitens des Systemd-Teams den Kdbus-Patch für die Aufnahme in Kernel 4.1 vor, nachdem dieser bereits ein halbes Jahr in linux-next verweilt hatte. Daraufhin entbrannten teils heftige Diskussionen unter den Kernel-Entwicklern, die entweder Details der Implementierung kritisierten oder gleich die gesamte Aufnahme von D-Bus in den Kernel ablehnten und die Entwicklung eines neuen Nachrichtenbusses vorschlugen. Dieser letzte Vorschlag kam mehrheitlich von Entwicklern, die Systemd generell ablehnend gegenüberstehen. Linus Torvalds nahm in dieser Situation den Patch nicht in Kernel 4.1 auf.

Besonders kritisierten die Entwickler auch das bei Kdbus verwendete, in D-Bus aber nicht vorgesehene Mitsenden von Metadaten mit jeder Nachricht. Dies wurde als Sicherheitsproblem erklärt, da die Metadaten unter anderem auch Informationen über Berechtigungen mitliefern. Zudem wurde auch die Geschwindigkeit der Implementierung bemängelt. Gerade der Geschwindigkeitsgewinn gegenüber D-Bus wurde jedoch von den Entwicklern neben der Erhöhung der Größe der Datenpakete, die Kdbus transportieren kann, als ein er der Pluspunkte der Implementierung im Kernel dargestellt.

GKH zog den Patch damals zurück und versprach die Überarbeitung in einigen Punkten. Auch Torvalds war teils unzufrieden mit dem Patch, stellte aber dann eine Aufnahme in einen späteren Kernel als wahrscheinlich dar. Jetzt, wenige Tage nach dem Kernel-Summit in Südkorea, kommt nun der Rückzug und der erneute Eintritt in die Entwicklungsphase. Nähere Informationen dazu könnte es auf der vom 5. bis 7. November in Berlin abgehaltenen systemd.conf geben.

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Kommentare (Insgesamt: 6 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: BusyBox entfernt SystemD (Anonymous Coward, Mi, 4. November 2015)
Re[3]: BusyBox entfernt SystemD (grad, Di, 3. November 2015)
Re[2]: BusyBox entfernt SystemD (git clone Krieger, Mo, 2. November 2015)
Re[2]: BusyBox entfernt SystemD (Unerkannt, Mo, 2. November 2015)
Re: BusyBox entfernt SystemD (LH_, Mo, 2. November 2015)
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