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Di, 3. November 2015, 08:09

Software::Distributionen

GNU Hurd 0.7 erschienen

Das GNU-Projekt hat Version 0.7 des freien Unix-ähnlichen Kernels Hurd freigegeben. Er läuft auf dem Microkernel GNU Mach, der gleichzeitig in Version 1.6 erschienen ist.

Gnu Hurd

Hurd ist der offizielle Kernel von GNU und stellt eine Sammlung von Servern dar, die auf dem Microkernel GNU/Mach laufen und Dateisysteme, Netzprotokolle, Zugriffskontrolle und alle anderen Features Unix-ähnlicher Kernel implementieren. Die Entwicklung begann 1990, also kurz vor der von Linux, durch eine Entwicklergruppe der Free Software Foundation (FSF), wurde aber bald zugunsten der Verwendung von Linux eingeschränkt. So wurde Hurd erst lange nach Linux in der Praxis benutzbar, und auch das nur bedingt. GNU/Hurd-Distributionen gibt es unter anderem von Debian und Arch Linux (ArchHurd).

Häufige neue Versionen ist man von Hurd gar nicht gewohnt. Und doch haben die Entwickler nur gut sechs Monate nach Hurd 0.6 eine neue Version veröffentlicht. Hurd 0.7 läuft nur auf 32 Bit x86-Systemen, die Portierung auf 64 Bit ist weiterhin in Arbeit. Eine Verbesserung betrifft den Node-Cache in ext2fs. Da dieser verallgemeinert wurde und nun auch von anderen Dateisystemen genutzt werden kann, wurde er nach libdiskfs verlagert.

Das Programm fakeroot wurde von zahlreichen Problemen und Einschränkungen befreit. Neu ist das Programm »rpcscan«, das nach Mach-Servern sucht und anzeigt, welche Remote Procedure Calls (RPCs) sie verarbeiten. Unter Servern sind hier Prozesse zu verstehen, die auf dem Microkernel laufen und Systemdienste anbieten.

Daneben gab es zahlreiche weitere Code-Verbesserungen. So wurde ein bereits seit langem bestehendes Synchronisationsproblem zwischen den Dateisystem-Translatoren, libdiskfs und libpager korrigiert. Hinzu kamen viele weitere Korrekturen und eine Anpassung an neuere Compiler- und libc-Versionen.

Hurd fußt nun auf der neuen Version 1.6 des Microkernels GNU Mach. GNU Mach ist ein Fork des ursprünglichen Mach-Kernels, der nach Angaben des Projekts immer noch kompatibel mit Mach 3.0 ist, dabei aber äußerst robust und skalierbar. Auch Mach wurde an neuere Compiler- und libc-Versionen angepasst und von vielen Fehlern befreit. Die Infrastruktur zum Debuggen von Sperren wurde verbessert und führte zur Entdeckung und Behebung vieler Lock-Probleme.

Die sehr viel Speicher belegenden IPC-Tabellen und Hash-Tabellen wurden durch Radix-Bäume ersetzt. Unprivilegierte Benutzer können nun einen kleinen Speicherbereich beanspruchen. Zeitstempel werden jetzt grundsätzlich relativ zur System-Startzeit gezählt. Dadurch ändern sie sich nicht mehr, wenn man die Systemzeit ändert. Außerdem werden in der printf-Funktion ANSI-Escape-Sequenzen verstanden, wodurch die Meldungen diverser Linux-Treiber besser lesbar werden.

Zu GNU Mach gehört auch der Mach 3.0 Interface Generator (MIG), der ebenfalls in einer neuen Version 1.6 freigegeben wurde. MIG übersetzt Definitionen für Remote Procedure Calls (RPCs) in C-Code und ist damit ein wichtiges Hilfsmittel für die Interprozesskommunikation in Hurd. In dieser Version wurde die Kompatibilität mit neueren C-Versionen verbessert, indem RPC-Nachschlagefunktionen als static inline deklariert werden.

Nicht zuletzt wurde auch die C-Bibliothek auf den Stand von glibc 2.19 aktualisiert. Im Gegensatz zu glibc für Unix-ähnliche Systeme, bei denen Funktionen, die Systemaufrufe darstellen, oftmals fast direkt ans System durchgereicht werden, werden diese Aufrufe unter Hurd in die entsprechenden IPC-Protokolle umgesetzt.

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Kommentare (Insgesamt: 16 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[3]: ... eine Frage (kamome umidori, Di, 3. November 2015)
Re[4]: ... eine Frage (Jan2, Di, 3. November 2015)
Re[3]: ... eine Frage (MichaelK, Di, 3. November 2015)
Re[2]: ... eine Frage (.,.-,-.,.-,-.,-.,, Di, 3. November 2015)
Re: ... eine Frage (RobertAlexander, Di, 3. November 2015)
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