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Di, 10. November 2015, 11:03

Gemeinschaft::Personen

Streit um Debian Live

Ein Streit hat sich in Debian am Projekt Debian Live entzündet. Angeblich hat das Debian-CD-Team einen Fork von Debian Live gestartet, ohne das Team von Debian Live vorab zu informieren.

Software in the Public Interest (SPI)

Daraufhin hat Daniel Baumann, Gründer und Maintainer von Debian Live, jetzt das Ende des Projekts innerhalb Debians verkündet. Baumann hatte das Projekt 2006 ins Leben gerufen, welches von vielen Debian-Derivaten und anderen Projekten wie etwa Clonezilla zum Erstellen ihrer Live-Images genutzt wurde. Nicht zuletzt hat auch Debian selbst seit Debian 7 die Werkzeuge des Projekts genutzt. Ein genereller Streitpunkt ist derzeit, ob Debian Live ein offizielles Debian-Projekt ist oder nicht, und damit auch ob hier angestammte Namensräume ignoriert wurden.

Ein Fehlerbericht, der das neue Paket live-build-ng vorstellt, brachte den Stein ins Rollen. Auf Bitte von Baumann, sich einen Namen zu suchen, der seinen angestammten Namensraum nicht berührt, wurde ihm erklärt, das künftige Live-Medien von Debian mit live-build-ng erstellt würden und nicht mit Baumanns live-build. Gründe seien diverse Probleme in der Vergangenheit, zu denen Unzuverlässigkeit, fehlende Unterstützung mehrerer Architekturen und UEFI zählten. Die Vorbereitungen hierzu seien bereits auf der DebConf 2015 im August in Heidelberg angelaufen. Baumann, der dort anwesend war, will davon keine Kenntnis haben.

Baumann empfindet das Vorgehen als »hijacking«, die Entwickler des Debian-CD-Teams sehen es als Integration von Paketen in Debian, die bisher nicht offiziell Debian angehörten. Die jetzt aufflammende Diskussion dreht sich einerseits um Debian Live selbst, andererseits auch um die Art, wie Debian Live jetzt als »überholt« eingestuft wurde. Hier werfen die Gegner dieses Vorgehens Debian vor, Entscheidungen hinter verschlossenen Türen zu treffen; die ehemals vorhandene Offenheit innerhalb des Projekts sei stark im Schwinden begriffen.

Allerdings ist Baumann keineswegs unschuldig an dieser Entwicklung. Er gilt zwar als technisch brilliant, aber auch als schroff und uneinsichtig, Diskussionen oft nicht zugänglich. Sein Auftreten sorgte vielfach für Verärgerung bei Teams und Personen, die mit ihm arbeiten mussten. Die Veröffentlichung von Debian 7 »Wheezy« wurde durch eine neue Version von Syslinux verzögert, dessen Maintainer Baumann war. Sein Verhalten in dieser Situation führte dazu, dass er seinen Status als Debian Entwickler (DD) verlor und seitdem Debian Maintainer (DM) ohne Rechte zum Hochladen von Paketen ist.Die Integration von UEFI in Debian Live wird seit über zwei Jahren gefordert, ohne dass Ansätze dazu erkennbar sind. Baumann hat nun nicht nur Debian Live beendet, sondern gab auch das Paket Syslinux für einen neuen Maintainer frei.

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