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Mo, 16. November 2015, 10:13

Gesellschaft::Politik/Recht

Schweizer Hauptstadt Bern entwirft Microsoft-Ablösungsstrategie

Der Stadtrat von Bern stört sich an der Abhängigkeit von Microsoft-Produkten für die ITC der Stadtverwaltung der Schweizer Hauptstadt. Mit großer Mehrheit wurde jetzt eine Ablösungsstrategie beauftragt.

Mirko Lindner

In Bern standen bei der letzten Sitzung des Stadt- und Gemeinderats vergangene Woche zwei Punkte auf der Geschäftsordnung der Stadtverwaltung, die die IT der Stadt betreffen. Einmal soll veraltete Hardware im Rahmen des Projekts CLIMB (CLIent Migration Bern) ersetzt werden. Zum Zweiten stand die Verlängerung der Microsoft-Lizenzen der Stadt für weitere sechs Jahre zur Bewilligung an.

Das Stadtparlament lehnte jedoch eine Verlängerung für den gesamten Zeitraum ab und gewährte Mittel in Höhe von 2.4 Millionen Franken für Lizenzkosten für drei Jahre. Danach soll Open Source durch offene Ausschreibungen eine gleichwertige Chance erhalten. Wie Matthias Stürmer, Stadtratsmitglied und IT-Experte jetzt auf der Webseite der »Parlamentarischen Gruppe für digitale Nachhaltigkeit« (Parldigi) berichtete, entschied das Berner Stadtparlament mit der deutlichen Mehrheit von 53 zu 11 Stimmen, das um dieses Ziel zu erreichen, eine Microsoft-Ablösungsstrategie entworfen werden soll.

Dazu wurden einige Eckpunkte des 6.1 Millionen Franken teuren Hardware-Projekts CLIMB angepasst. Demnach muss der Gemeinderat bis Ende 2017 eine detaillierte Ablösungsstrategie von Microsoft- und CITRIX-Produkten vorlegen. Die Ende 2018 auslaufenden Microsoft-Verträge dürfen nicht automatisch verlängert werden, sondern ab 2019 offen und produktneutral ausgeschrieben werden. Bei der Beschaffung von Hardware im Rahmen von CLIMB muss darauf geachtet werden, dass diese auch ohne Microsoft- und andere proprietäre Produkte genutzt werden kann. Zudem dürfen Fachanwendungen wie etwa Web-Apps nur noch Plattform-unabhängig beschafft werden. Ein jährlicher Bericht über den Fortschritt der Ablösungsstrategie ist vorzulegen.

Die Swiss Open Systems User Group /ch/open begrüßt das Vorgehen und bietet ihre Unterstützung an. Vor zwei Monaten hatte die Schweizerische Informatikkonferenz (SIK) eine 15 Punkte umfassende Liste vorgelegt, die das IT-Beschaffungswesen der Eidgenossen bei der rechtskonformen Beschaffung von Open-Source-Software unterstützen soll.

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Kommentare (Insgesamt: 7 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Bern? (cassiel, Mi, 18. November 2015)
Re: Die Schweiz hat keine Hauptstadt! (doT, Mo, 16. November 2015)
Die Schweiz hat keine Hauptstadt! (caco3, Mo, 16. November 2015)
das könnte ein (wurzel, Mo, 16. November 2015)
Re: Beschafft oder vielleicht doch ersetzt ? (devil, Mo, 16. November 2015)
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