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Mo, 23. November 2015, 09:06

Software::Grafik

20 Jahre Gimp

Legt man das Datum der Ankündigung in der Newsgruppe comp.os.linux.development.apps zugrunde, so wurde das Bildbearbeitungsprogramm Gimp am vergangenen Wochenende 20 Jahre alt.

Gimp 2.8 mit dem Ein-Fenster-Modus

Mirko Lindner

Gimp 2.8 mit dem Ein-Fenster-Modus

Am 21. November 1995 kündigte der Student Peter Mattis in comp.os.linux.development.apps eine Betaversion von Gimp an, einem Bildbearbeitungsprogramm, das sich zu einer Alternative für Photoshop&Co aufschwingen sollte. Zusammen mit seinem Kommilitonen Spencer Kimball hatte Mattis das Programm als Studienarbeit entwickelt. Bereits die erste Betaversion wurde für Linux, damals noch in der Version 1.2.13 vorliegend, Solaris, HP/UX und IRIX bereitgestellt. Die erste offizielle Version 0.54 erschien im Januar 1996.

Seit seiner Vorstellung war Gimp war ein mit vielen Funktionen ausgestattetes Programm, das u.a. mit einem Plugin-System, beliebigem Rückgängigmachen und Wiederholen, »intelligenter« Schere, Dithering, Unterstützung von Farben mit 8, 15, 16 und 24 Bit, Zoom und Verschieben in Echtzeit, simultaner Bearbeitung mehrerer Bilder, Unterstützung der Formate GIF, JPEG, PNG, TIFF und XPM sowie vielen Auswahl- und Bearbeitungswerkzeugen aufwarten konnte. Das Programm galt jedoch anfänglich als fehlerbehaftet und absturzfreudig. Zudem verwendete es das proprietäre Motif-Toolkit für die Bedienoberfläche. Als Mattis genug von Motif hatte, startete er sein eigenes Toolkit: GTK, das Gimp-Toolkit, das inzwischen als GTK+ längst ein eigenständiges Projekt darstellt.

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... oder wie gewohnt in verschiedenen Fenstern gearbeitet werden.
Unter Gimp kann in der neuen Version entweder in einem Ein-Fenster-Modus...
Gimp 2.8: Für viele Werkzeuge lassen sich die Einstellungen speichern
Gimp 2.8: Layer lassen sich in Gruppen zusammenfassen
Gimp 2.8: Das Texttool bietet diverse Layoutfunktionen
Mittlerweile sind die Originalautoren nicht mehr dabei. Gimp liegt in Version 2.8.16 vor und bietet einen durchaus bemerkenswerten Funktionsumfang – auch wenn die letzte Hauptversion mittlerweile auch schon über dreieinhalb Jahre alt ist und das Team immer wieder über Mangel an Entwicklern klagt. Neben der Version für Linux und Unix existieren mittlerweile auch Portierungen auf Windows und Mac OS X. Die Bearbeitungsfunktionen in Gimp sind ähnlich anderer Anwendungen über Werkzeugleisten, Menüs und dauerhaft eingeblendete Dialogfenster zu erreichen. Diese enthalten sogenannte Filter für grafische Effekte, zudem Pinsel sowie Umwandlungs-, Auswahl-, Ebenen- und Maskierungsfunktionen. Nahezu alle Vorgänge in GIMP können zudem durch Skripte automatisiert werden.

Für zukünftige Ausgaben von Gimp ist vor allem die explizite Nutzung der ursprünglich eigens für Gimp entwickelten Generic Graphics Library (kurz GEGL) geplant. GEGL wurde teilweise schon bei Gimp 2.6 eingeführt und wird künftig einige lang herbeigesehnte Funktionalität bringen. So werden Farbtiefen von mehr als acht Bit pro Kanal möglich, wie sie für HDR-Bilder und andere Arbeiten nötig sind. Editieren wird nicht-destruktiv sein, was das Rückgängigmachen und Wiederholen von Aktionen verbessern soll. Es wird zudem möglich sein, mit verschiedenen Farbräumen zu arbeiten. Die ganze Implementation soll »sauberer« sein und sowohl mehr Funktionalität als auch höhere Geschwindigkeit bieten, da unter anderem die GPU für die Berechnungen herangezogen werden soll. Wann mit den neuen Funktionen gerechnet werden kann, steht aber noch nicht fest.

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