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Mi, 25. November 2015, 10:15

Gesellschaft::Wirtschaft

Jolla nimmt Stellung zur Finanzkrise des Unternehmens

Jollas Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender Antti Saarnio hat in einem offenen Brief an die Community dargelegt, wie die jetzige Finanzkrise zustande kam und wie es weitergehen soll.

Kostenaufschlüsselung Jolla Tablet

Jolla

Kostenaufschlüsselung Jolla Tablet

Saarnio erzählt, er habe erst kürzlich auf der Start-Up-Konferenz SLUSH 2015 in einem Vortrag die möglichen Probleme von Start-Ups erklärt und erwähnt, Jolla sei bereits durch zwei finanzielle Engpässe hindurch gekommen. Am Tag danach erfuhr Saarnio, dass der Hauptgeldgeber der geplanten November-Finanzierungsrunde abgesprungen sei und somit zehn Millionen Euro Risikokapital fehlen.

Als Hauptgrund für die finanziellen Probleme, die das Überleben des Unternehmens derzeit bedrohen, sei einerseits eine nicht ausreichende Versorgung mit Risikokapital und auf der anderen Seite die Verzögerungen bei der Auslieferung des Jolla-Tablets, die durch drei Monate andauernde Lieferengpässe beim Display und anderen Teilen entstanden sei. Zudem sei der Verkauf des Jolla Smartphones hinter den Erwartungen zurückgeblieben. So musste Jolla letzte Woche notgedrungen einen großen Teil seiner Belegschaft vorerst entlassen und eine Umschuldung beim finnischen Staat beantragen.

Jetzt hängt laut Saarnio alles davon ab, dass die Finanzierungsrunde im Dezember zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden kann. Dann sei auch das Tablet-Projekt noch zu retten. Das Tablet, das mit mehr als 2,5 Millionen US-Dollar zu fast 500 Prozent überfinanziert war, sollte bereits im Mai 2015 ausgeliefert werden, bisher konnte allerdings erst eine kleine Charge an die Unterstützer versendet werden.

Saarnio erläuterte, wofür das Geld, dass die Schwarmfinanzierung des Tablets eingebracht habe, ausgegeben worden sei. Mehr als die Hälfte der Projektkosten flossen in die Weiterentwicklung von Sailfish OS. Das Betriebssystem musste zu Version 2.0 weiterentwickelt werden, um es für den Betrieb auf dem Tablet tauglich zu machen. Des Weiteren mussten Vorauszahlungen geleistet und Verluste ausgeglichen werden. Insgesamt war das Tablet ein Verlustgeschäft, nicht zuletzt durch die Probleme bei der Zulieferung der Komponenten. Mitgründer Saarnio betont aber, dass durch das Tablet Sailfish OS auch auf einem neuen Level angekommen sei.

Er bittet die Gemeinschaft und die Unterstützer um etwas Geduld, um die Probleme in den Griff zu bekommen. In der Rückschau sieht Saarnio sich mit Jolla um einige Jahre zu früh am Markt. Es sei den Kunden noch nicht klar genug, dass Alternativen im Markt der mobilen Betriebssysteme wichtig seien. So langsam ziehe der Markt aber nach, so Saarnio. Das Interesse am Konzept von Sailfish OS steige langsam und es gebe Kontakte mit neuen Kundenkreisen.

Die Kommentatoren zu diesem offenen Brief gehen teilweise mit Jolla scharf ins Gericht, wenn es um die Verwendung der Einnahmen aus der Schwarmfinanzierung geht, die Vorwürfe reichen hin bis zum Betrug. Moniert wird hauptsächlich, dass über zwei Millionen Euro in die Entwicklung von Sailfish OS geflossen seien.

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