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Fr, 27. November 2015, 10:49

Gemeinschaft::Organisationen

Weihnachts-Einkaufsführer der FSF

Auch 2015 empfiehlt die Free Software Foundation in ihrem Weihnachts-Einkaufsführer alternative Produkte, die die Freiheit, Privatsphäre und Sicherheit ihrer Benutzer achten.

Weihnachts-Einkaufsführer der FSF

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Weihnachts-Einkaufsführer der FSF

Wem seine Freiheit oder die Freiheit der Beschenkten etwas wert ist, der verschenkt nach Meinung der Free Software Foundation (FSF) keine Produkte von Microsoft, Apple, Amazon und anderen Firmen, die die Freiheit, Privatsphäre oder Sicherheit ihrer Benutzer missachten. Deren Produkte enthalten üblicherweise DRM-Maßnahmen zur Einschränkung der Rechte der Benutzer, so dass Inhalte nicht weiterverarbeitet, nicht auf allen Geräten genutzt oder im schlimmsten Fall nach einiger Zeit gar nicht mehr genutzt werden können.

Doch für alle unfreien Geräte gibt es laut dem Einkaufsführer auch Alternativen von Herstellern, die die Freiheit höher schätzen. Wenn man auf Geschenke verzichten kann, könnte man stattdessen auch eine Spende an eine gemeinnützige Organisation wie beispielsweise die Electronic Frontier Foundation, Creative Commons, Wikimedia Foundation, Software Freedom Law Center oder die Gnome Foundation leisten.

Der Einkaufsführer 2015 wurde gegenüber der Ausgabe von 2014 nur geringfügig erweitert und aktualisiert. Empfohlenen Produkten werden jeweils solche gegenübergestellt, die aus Sicht der FSF abzulehnen sind. Vermeiden sollte man das Apple Macbook Pro, das nicht nur mit proprietärer Software, angefangen beim Betriebssystem Mac OS X kommt, sondern auch mit DRM-Maßnahmen im Apple-App-Store. Es ist nach Ansicht der FSF voller Spyware und besitzt zudem eine kurze effektive Nutzungsdauer, bedingt durch die Firmenpolitik von Apple. Empfohlen wird das Linux-Notebook Minifree T400, das vollständig mit freier Software läuft, einschließlich der Treiber und dem Libreboot-BIOS. Die Hardware ist auf Haltbarkeit und Reparaturfreundlichkeit ausgelegt. Das Gerät wird von einer kleinen Firma durch Umbau von handelsüblichen Laptops produziert.

Bei den kompakten Laptops wird von allen Windows-Laptops strikt abgeraten, ein Beispiel ist das Lenovo U31. Es läuft mit proprietärer Software, die den Benutzer zum Produkt abstempelt und jedem Benutzer eine eindeutige Werbe-ID zuweist. Zwangsaktualisierungen führen dazu, dass jeder Benutzer zum Betatester der meist unzuverlässigen Updates degradiert wird. Empfohlen wird das Libiquity Taurinus X200, das mit dem Debian-basierten Trisquel ausgestattet ist. Außerhalb der USA kann man das gleichnamige und ähnlich ausgestattete Minifree X200 erwerben.

Neben anderen Apple-Produkten sollte man insbesondere auch das iPhone meiden. Als freie Alternative gibt es das Tehnoetic S2, das mit dem freien Replicant bestückt ist, einer Android-Variante, bei der alle unfreien Komponenten entfernt oder ersetzt wurden. Als App-Store steht dafür standardmäßig F-Droid bereit. Die einzige weiter unfreie Komponente des 250 US-Dollar kostenden Geräts ist das auf einem separaten Prozessor laufende Modem-System.

Im sich schnell entwickelnden Markt der 3D-Drucker sollte man auf den bekannten Makerbot Replicator Mini verzichten. Der enthält proprietäre Software, die die Möglichkeiten einschränkt und Innovationen verhindert. Der Hersteller droht den Konkurrenten mit Hardware-Patenten und distanziert sich immer weiter von der freien Software-Gemeinschaft, aus der er ursprünglich kam. Die freie Alternative dazu ist der Lulzbot Mini, ein Gerät, das ausschließlich freie Software nutzt und von der FSF zertifiziert ist.

Bei den Routern sollte man alle von den Internet-Anbietern gestellten Geräte vermeiden, die proprietäre Firmware enthalten. Das bedeutet, dass man nie sicher sein kann, was das Gerät alles ausspioniert. Denn selbst wenn eine Firmware-Version in einer Überprüfung als unverdächtig eingestuft wurde, hindert den Internet-Anbieter nichts daran, über das Netz und ohne Wissen der Benutzer ein Firmware-Update vorzunehmen. Dass diese Anbieter selten im Sinne der Kunden handeln, erkennt man bereits daran, dass es diese Unternehmen sind, die gegen die Netzneutralität kämpfen. Empfehlenswert ist dagegen der ThinkPenguin Router, der die Trennung von privatem und Internet-Traffic ermöglicht und das freie Betriebssystem LibreCMC nutzt.

E-Books sollte man lieber vom Projekt Gutenberg oder von anderen Anbietern von E-Books ohne DRM statt von Amazon beziehen. Denn die Nachteile bei Amazon sind klar: Amazon kann ohne Begründung gekaufte E-Books sperren, was bereits vorgekommen ist. Wegen des DRM gehören einem die gekauften Bücher nicht, und man kann sie weder verleihen noch auf andere Geräte übertragen.

Auch Adobe wird von der FSF angegriffen, vom Kauf der proprietären Produkte Photoshop und Illustrator wird abgeraten. Diese Produkte verleiten dazu, proprietäre Dateiformate zu verwenden. Die freien Alternativen Gimp und Inkscape weisen tatsächlich viele Vorteile auf, so sind sie weder auf Windows noch sonstwie beschränkt, und ihre Funktionalität ist mit Plugins grenzenlos erweiterbar.

Statt einer Itunes-Gutscheinkarte könnte man eine FSF-Mitgliedschaft verschenken, wenn man es ablehnt, sich der Apple-Philosophie zu unterwerfen. Die Kosten dafür sind steuerlich absetzbar.

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