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Mi, 2. Dezember 2015, 11:36

Gesellschaft::Wirtschaft

Thunderbird soll aus Mozillas Infrastruktur ausgegliedert werden

In einem ausführlichen Eintrag auf der Mozilla-Mailingliste argumentiert Mitchell Baker, Vorsitzende der Mozilla Foundation, für eine Ausgliederung des E-Mail-Clients Thunderbird aus der Stiftung.

Mozilla

Bereits 2012 hatte Mozilla das Engagement bei der Entwicklung für Thunderbird auf ein Minimum zurückgefahren. Das Projekt blieb aber in der Infrastruktur verwoben und wurde weiter von Mozilla veröffentlicht. Der E-Mail-Client erhielt seitdem Weiterentwicklung nur durch die Gemeinschaft, Mozilla lieferte lediglich Aktualisierungen in Sachen Sicherheit. Baker argumentierte damals, der Client sei fertig entwickelt und habe alle Funktionen, die er haben soll. Zudem seien stationäre E-Mail-Clients angesichts von Gmail und anderen webbasierten Clients auf einem absteigenden Ast.

Damals wie heute geht es dabei um Entwicklerressourcen. Baker betont in ihrer jetzigen Mail, es sei unfair gegenüber Firefox und Thunderbird, sie zusammen unter dem Schirm der Mozilla Foundation zu betreuen. Es gebe seit geraumer Zeit konkurrierende Anforderungen, die verhinderten, dass beide Projekte optimal entwickelt werden. Diese Anforderungen führten dazu, dass Firefox-Entwickler sich etwa Gedanken über mögliche Wechselwirkungen ihrer Entwicklungen auf Thunderbird machten und umgekehrt.

Die auseinanderlaufende Entwicklung beider Projekte werde nicht stoppen, die Kluft werde eher zunehmen, wenn der Entwicklungsprozess und die Infrastruktur bei Firefox notwendigerweise weiter modernisiert werden. Obwohl alle bei Mozilla die Ansicht teilten, der Fokus müsse derzeit absolut auf Firefox liegen, um dem Browser das nötige Gewicht zu verleihen, um einen industrieweiten Einfluss zu erzeugen, verträten einige aber auch den Standpunkt, divergierende Ansprüche und Interessen täten der Organisation als Ganzem gut. Zudem unterstütze man ein gut eingeführtes Open-Source-Produkt und dessen Gemeinschaft. Selbstverständlich teile sie diese Einstellung, so Baker, jedoch könne Mozilla mit der Unterstützung beider Projekte nicht das Optimum leisten.

Projekte, die von Gemeinschaften getragen werden, sollen ihren Platz unter dem Dach von Mozilla und in deren Hauptentwicklungskanal haben können, solange sie nicht vom Hauptziel ablenken. Baker gibt ihrer Überzeugung Ausdruck, das Hauptziel sei derzeit klar auf die Erhaltung der Freiheit des Internets fokussiert. Thunderbird fällt laut Baker nicht in diese Kategorie und müsse langfristig aus der Infrastruktur herausgelöst werden.

Baker will mit ihrer Mail die Diskussion eröffnen, wie das in einer Weise geschehen kann, die Thunderbird und seine Gemeinschaft stärkt. Wenn es organisatorischer oder finanzieller Unterstützung bedürfe, um Thunderbird eine neue zukunftsträchtige und sichere Heimat zu finden, so sei sie bereit, diese Mittel zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit der Gemeinschaft will die Stiftung dazu ein Konzept entwickeln.

Thunderbird kann ständig wachsende Nutzerzahlen vorweisen. Im März wurden Zahlen veröffentlicht, die rund 30 Millionen Installationen weltweit vermuten lassen. Nicht nur die Nutzerzahlen legen zu, die Gemeinschaft hat auch neue Entwicklungsziele definiert. So ist das Kalender-Plugin Lightning seit Thunderbird 38 ein integraler Teil des E-Mail-Clients.

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