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Mi, 13. Januar 2016, 13:29

Software::Entwicklung

Qt aktualisiert Lizenzvereinbarung

Das Qt-Projekt hat die Lizenzvereinbarung mit der KDE Free Qt Foundation erneuert. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf kommende Versionen von Qt. So werden einige bisher proprietäre Module frei verfügbar und die LGPLv3 kommt als Lizenzoption hinzu, während die LGPLv2.1 weitgehend ausrangiert wird.

Mirko Lindner

Um die Freiheit von Qt, das von Anfang an auch als kommerzielles Produkt angeboten wurde, zu erhalten, wurde bereits 1998 die KDE Free Qt Foundation gegründet, die einen Lizenzvertrag mit den Eigentümern von Qt, damals Trolltech, abschloss. Über 17 Jahre lang blieb dieser Vertrag weitgehend unverändert, daher war es nun Zeit für eine Anpassung an die aktuellen Gegebenheiten.

Während der alte Vertrag sich nur auf Qt unter X11 bezog und seit drei Jahren auch auf Android, kommen nun die proprietären Desktop- und Mobilsysteme von Apple und Microsoft hinzu. Außerdem wurden die Lizenzanforderungen angepasst. Im neuen Vertrag (PDF) wurde die LGPLv2.1 durch die LGPLv3 ersetzt. Alle zu Qt Beitragenden müssen ihren Code unter der LGPLv3 und der GPLv2 bereitstellen, für Werkzeuge und neue Erweiterungen wird außerdem die GPLv3 verlangt. Die LGPLv3 verhindert ebenso wie die GPLv3, dass Geräte so verriegelt werden, dass trotz der Verfügbarkeit und Änderbarkeit des Quellcodes keine Änderung der Geräte möglich ist.

Die Änderungen werden sich auch auf die Lizenzierung von Qt auswirken, allerdings erst ab Version 5.7, die noch mindestens ein halbes Jahr in der Zukunft liegt. Noch ist Qt 5.6 nicht freigegeben, doch wird damit in den nächsten Wochen gerechnet. Qt 5.6 wird eine langfristig unterstützte Version, die bis 2019 mit Updates versorgt werden soll. Diese Version wird noch unter den bisherigen Lizenzbedingungen erscheinen.

Ab Qt 5.7 wird die Software nicht mehr unter der LGPLv2.1 erhältlich sein. Für die verschiedenen Teile von Qt werden dann folgende Lizenzen gelten: Die Qt Essentials werden unter der LGPLv3 und der GPLv2 stehen. Die Qt Add-ons werden unter denselben Lizenzen stehen, mit Ausnahme der Add-ons, die jetzt neu hinzukommen und nur unter der GPLv3 veröffentlicht werden. Weitere Ausnahmen gibt es für einzelne Add-ons aufgrund externer Abhängigkeiten. Alle Komponenten sind auch unter einer kommerziellen Lizenz erhältlich, die die Kunden von den Verpflichtungen der GPL und LGPL entbindet.

Dank der neuen Lizenz können die Qt-Entwickler ferner ab Qt 5.7 einige Module, die bisher proprietär waren, freigeben. Es handelt sich dabei um Qt Charts, Qt Data Visualization, Qt Virtual Keyboard, QML Profiler, Clang Static Analyzer, Qt Test Integration und Qt Quick 2D Renderer. Der Quellcode der Module wurde bereits veröffentlicht. Für kommerzielle Nutzer wurde zudem eine günstigere Lizenzoption geschaffen. Kleinere Unternehmen, die weniger als 100.000 US-Dollar Jahresumsatz haben und sich eine volle Qt-Lizenz nicht leisten können, können demnächst eine vergünstigte Version erstehen.

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