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Mi, 27. Januar 2016, 10:43

Software::Mobilgeräte

Jolla Lebenszeichen: Sailfish OS wird aktualisiert

Der in Finanzprobleme geratene finnische Smartphonehersteller Jolla aktualisiert sein mobile Betriebssystem Sailfish OS 2.0. Das erste Lebenszeichen nach der Finanzkrise klärt aber nicht die Abwicklung der noch nicht ausgelieferten Tablets.

Das Jolla Tablet

jolla.com

Das Jolla Tablet

Die Aktualisierung auf Sailfish OS 2.0.1 bringt hauptsächlich die Behebung hunderter Fehler, vornehmlich im Homescreen, bei der Herstellung von Verbindungen und bei der Android-Unterstützung. Aber auch einige neue Funktionen wurden implementiert. Dazu zählt das Hochladen von Daten in die Clouddienste Dropbox und Microsoft One Drive. Das ist derzeit allerdings noch eine Einbahnstraße, denn eine Synchronisation findet nicht statt. Die Optionen zum Teilen, die Sailfish bietet, wurden in das entsprechende Android-Menü übernommen. Zudem werden auf den Kontaktkarten im Adressbuch nun vergangene Anrufe oder Chats vermerkt, Passwörter können im gesamten Betriebssystem lesbar geschaltet werden. Nicht überprüfte Software aus dritter Hand kann jetzt ohne Jolla-Konto installiert werden.

Einziger weiterer Lichtblick derzeit ist der Vertrag mit dem großen indischen Hersteller Intex, der, wie bereits zum Jahresbeginn bekannt wurde, ein Smartphone mit Sailfish OS 2.0 auf dem am 22. Februar beginnenden Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vorstellen will. Ob Intex auch einer der Geldgeber der letzten Finanzierungsrunde vom Dezember ist, wurde zwar kolportiert aber nie bestätigt.

Ein weiteres Gerücht, dass sich seit Wochen hält, besagt, der Großteil der Teilnehmer an der Schwarmfinanzierung werde mit einem solchen Smartphone entschädigt. Auch hierzu gibt es bisher keine offiziellen Aussagen. Ob eine Entschädigung mit einem vom Formfaktor her anderen Gerät als dem bestellten rechtlich haltbar ist, scheint noch unklar. Ansonsten herrscht an der Tablet-Front, entgegen den Aussagen des Pressesprechers immer noch Funkstille. Dieser hatte bei einem Arbeitstreffen im IRC auf Nachfrage erklärt, CEO Antti Saarnio werde in Kalenderwoche 3 in einem Blogeintrag über eine Lösung der Abwicklung bei den Tablets berichten.

Klar ist lediglich, dass nur vergleichsweise wenige Kunden das bereits bezahlte Tablet erhalten haben oder erhalten werden. Eine kleine Charge soll nach Aussagen des Pressesprechers vom Jahresbeginn noch ausgeliefert werden. Derweil wächst der Unmut in der Community. Erste Teilnehmer der Schwarmfinanzierung denken laut darüber nach, eine Verbraucherschutzbehörde einzuschalten.

Zu Wochenanfang wurde berichtet, die Sailfish-Community arbeite weiter erfolgreich an der Portierung des Systems auf das Fairphone 2. Diese und andere Portierungen könnten für ein Überleben von Sailfish OS sorgen falls Jolla doch noch in Konkurs gehen muss.

Jolla war zum Jahresende 2015 in schwieriges Fahrwasser geraten, als eine geplante Finanzierungsrunde nicht zustande kam. Das Unternehmen steckte durch die gescheiterte Abwicklung des Tablet-Projekts bereits in Schwierigkeiten und musste einen Großteil der Belegschaft entlassen. Eine weitere Finanzierungsrunde im Dezember war zwar erfolgreich, die schmallippigen Aussagen des CEO im Anschluss daran lassen aber vermuten, dass mit dem Geld auch einige Knebel verbunden sind. Gleich zu Jahresbeginn musste CEO Saarnio auch mitteilen, dass nicht alle Tablets ausgeliefert werden könnten.

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